Jack Lang, ehemaliger Kultusminister, hat nach Enthüllungen über seine finanziellen Verbindungen zu Jeffrey Epstein von der Präsidentschaft des Instituts du Monde Arabe zurückgetreten. Die Nationale Finanzstaatsanwaltschaft hat ein vorläufiges Ermittlungsverfahren wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung gegen ihn und seine Tochter Caroline eingeleitet. Präsident Macron hat diese Entscheidung anerkannt und die US-Justiz aufgefordert, ihre Arbeit fortzusetzen.
Enthüllungen, die am 30. Januar 2026 von der US-Justiz veröffentlicht wurden und Millionen von E-Mails umfassen, haben finanzielle Verbindungen zwischen Jack Lang, seiner Tochter Caroline und dem US-Finanzier Jeffrey Epstein, der 2019 starb, ans Licht gebracht. Laut Mediapart, das diese Fakten am 2. Februar enthüllte, gründete Caroline Lang 2016 mit Epstein eine Offshore-Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln zur Anschaffung von Kunstwerken. Jack Lang und seine Tochter bestreiten jegliche Fehltritte und betonen, dass die Beziehungen legitim waren und ohne persönliche Vergütung stattfanden. Unter Druck von Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sébastien Lecornu schlug Jack Lang am 7. Februar 2026 seinen Rücktritt von der Präsidentschaft des Instituts du Monde Arabe (IMA) vor. Die Regierung nahm diesen Rücktritt am 9. Februar auf der Messe Wine Paris an, wo Macron erklärte: «Die US-Justiz muss ihre Arbeit tun.» Der ehemalige Minister, der das IMA 13 Jahre leitete, reichte seinen Brief an Außenminister Jean-Noël Barrot ein und bekräftigte seine Unschuld. Der Parquet National Financier (PNF) eröffnete derweil am 8. Februar ein vorläufiges Ermittlungsverfahren wegen «gewerbsmäßiger Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung» gegen Jack und Caroline Lang auf Basis der Mediapart-Enthüllungen. Caroline Lang, die bereits von ihrem Posten beim Syndicat de la Production Indépendante zurückgetreten war, verließ am 9. Februar den Vorstand der Fondation Le Refuge. Diese Organisation unterstützt LGBT+-Jugendliche in familiären Krisen. Nach Bedrohungen in sozialen Medien stehen Jack Lang und seine Frau Monique Buczynski seit dem 9. Februar unter Polizeischutz, hieß es aus Quellen nahe dem Fall. Sein Anwalt Laurent Merlet begrüßte die Ermittlungen und ist überzeugt, dass die Unschuld seines Mandanten bewiesen wird. Diese Ereignisse markieren einen Wendepunkt für die Mitterrand-Ära-Persönlichkeit, die lange einflussreich in französischen Kulturkreisen war.