Annemarie Jacir spricht über Palestine 36 in Deadline-Interview

Filmemacherin Annemarie Jacir teilt Einblicke in ihren neuesten Spielfilm Palestine 36, der den palästinensischen Araberaufstand von 1936-1939 unter britischem Mandat beleuchtet. Als Eintrag Palästinas für den Besten Internationalen Film bei der 98. Academy Awards ausgewählt, läuft der Film am 29. November in über 50 US- und kanadischen Städten zum Internationalen Tag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Im Interview erläutert Jacir Produktionsherausforderungen, Casting und die Relevanz des Films für aktuelle Ereignisse.

Filmübersicht

Palestine 36 folgt Yusuf, einem jungen Mann, der zwischen ländlichem Leben und urbanem Jerusalem navigiert und sich inmitten des Aufstands gegen die britische Besatzung radikalisiert. Regie führte Annemarie Jacir, der Film beleuchtet eine selten dargestellte Periode der palästinensischen Geschichte und legt den Grundstein für spätere Konflikte wie den Krieg von 1948. Jacir betont die Aktualität und weist darauf hin, wie britische Taktiken der damaligen Zeit wie Checkpoints und kollektive Bestrafung den heutigen Realitäten im besetzten Palästina ähneln.

Produktionsherausforderungen

Die Entwicklung dauerte acht bis neun Jahre, die Vorbereitung umfasste lokale Teams in Palästina für authentische Locationsuche und Epoche-Forschung. Darsteller und Statisten wurden trainiert, einschließlich Ackerbau, traditionellem Backen und militärischen Übungen unter Leitung eines britischen Soldatenspezialisten. Die Dreharbeiten begannen in Palästina, wurden aber nach dem 7. Oktober 2023 aus Sicherheitsgründen nach Jordanien verlegt, was vorbereitete Kulissen und Ernten zerstörte. Die Produktion pausierte inmitten regionaler Eskalationen, wurde aber fortgesetzt, mit dem Ziel, in Palästina zu Ende zu bringen, um die kulturelle Bedeutung des Landes einzufangen.

Casting und Stil

Karim Daoud Anaya, Theaterschauspieler und Parkour-Enthusiast aus Qalqilya, wurde nach einem überzeugenden Casting als Yusuf besetzt, trotz anfänglicher visueller Abweichungen, die Kontaktlinsen für Co-Star Saleh Bakri erforderten. Das Ensemble umfasst zahlreiche Statisten für Stunts und Explosionen, umgesetzt mit kleinem Budget durch Schrottmaterialien für Fahrzeuge. Jacir zielte auf intime Charaktergeschichten inmitten historischen Spektakels ab, vermied Verzweiflung durch Fokus auf menschliche Verbindungen.

Rezeption und Themen

Jacir hofft, dass das Publikum persönlich connectiert und den Film als palästinensische Perspektive sieht, die oft von dominanten Narrativen überschattet wird. Die Reaktionen variierten und spiegeln den anhaltenden Schmerz in Palästina wider, doch das Team suchte Licht durch Schaffenskraft. Kommende Vorführungen sollen Solidarität und historisches Bewusstsein fördern.

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