Martin Scorseses 'Casino' jährt sich am 22. November 2025 zum 30. Mal und regt zu einer Neubewertung des Films als definitive Klassiker an. Zunächst mit gemischten Kritiken aufgenommen, hebt sich das Vegas-Mafia-Drama nun durch seine hypnotische Erzählweise und brillante Leistungen ab. Varietys Owen Gleiberman wirft einen neuen Blick auf den Film und argumentiert, er verdiene Anerkennung jenseits des Schattens von 'GoodFellas'.
Jubiläumsrückblick
Am 22. November 1995 veröffentlicht, rückt 'Casino' zum 30. Jubiläum wieder ins Rampenlicht. Unter der Regie von Martin Scorsese folgt der Film Robert De Niro als Sam «Ace» Rothstein, einem Casinobetreiber im kriminellen Unterwelt von Las Vegas. Joe Pesci spielt den cholerischen Nicky Santoro, Sharon Stone die komplexe Ginger McKenna. Adaptiert aus dem Sachbuch von Nicholas Pileggi mit einem Drehbuch von Pileggi und Scorsese, spiegelt es den Stil von Scorseses früherem Hit 'GoodFellas' von 1990 wider.
Erste Reaktionen und Neubewertung
Bei der Premiere stieß 'Casino' auf geteilte Meinungen von Kritikern und Publikum. Mit dreistündiger Laufzeit galt es als ambitioniert, aber überladen im Vergleich zum zugänglicheren 'GoodFellas'. Gleiberman, der ursprünglich lauwarm rezensiert hatte, sah den Film kürzlich erneut und fand ihn hypnotisierend. Er hebt die hypnotische Energie der Eröffnungssequenz hervor, die Voice-over-Narration, dynamische Kameraführung und eine Soundtrack-Mischung aus Bachs «Matthäus-Passion» und Rock-Nummern wie «Can't You Hear Me Knocking» der Rolling Stones verbindet.
Der Beitrag betont, wie der Film Casino-Betrieb, persönliche Ambitionen und moralischen Verfall zu einer kohärenten Erzählung verwebt. Stones Darstellung als Ginger wird für ihre Tiefe gelobt und wandelt die Geschichte in eine rohe Auseinandersetzung mit Beziehungen inmitten von Kriminalität um. Gleiberman bemerkt, dass ein Sehen ohne Vergleich zu 'GoodFellas' 'Casino' als Scorseses düsterstes Mafia-Drama entlarvt, einen erbarmungslosen Blick auf die Folgen der Gier.
Breiterer Kontext
Dieses Jubiläum fällt mit einer Folge des 'Daily Variety'-Podcasts zusammen, in der Gleiberman über den Film spricht. 'Casino' fängt die Illusion des Glücksspiels und die Kontrolle der Casinobetreiber ein, wie Ace erklärt: «Im legalisierten Glücksspiel gibt es nur einen Gewinner, und das sind die Leute, die das Casino besitzen.» Die Reflexion unterstreicht Scorseses Paradoxon, sich in die Intensität der Unterwelt zu stürzen, während er deren ultimativen Preis offenlegt.