Der Weltschachverband FIDE hat den ehemaligen Weltmeister Wladimir Kramnik für zwei Jahre von allen Veranstaltungen und offiziellen Funktionen ausgeschlossen. Die Ethik- und Disziplinarkommission der FIDE befand ihn des Mobbings, Cybermobbings und der Erhebung unbegründeter Betrugsvorwürfe gegen andere Spieler für schuldig.
Die am 3. Juli bekannt gegebene Entscheidung untersagt dem 51-jährigen russischen Großmeister die Teilnahme an FIDE-Wettbewerben sowie die Ausübung schachbezogener Ämter. Die letzten zwölf Monate der Sperre wurden zur Bewährung ausgesetzt, wobei eine dreijährige Bewährungsfrist gilt; zudem muss Kramnik zwölf Monate gemeinnützige Arbeit leisten.
Kramnik wurde in acht von elf Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Verstöße gegen die Würde, psychischer Missbrauch und leichtfertige Anschuldigungen. Im Zentrum des Verfahrens standen seine öffentlichen Äußerungen über die Großmeister Daniel Naroditsky und David Navara.
Kramnik bezeichnete das Urteil als rechtswidrig und kündigte an, innerhalb der vorgeschriebenen 21-tägigen Frist Berufung einzulegen. Er beharrt darauf, dass seine Kommentare als Forderungen nach einer Untersuchung und nicht als direkte Anschuldigungen zu verstehen seien.
Die Sperre tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und verhindert unter anderem eine Tätigkeit als Mannschaftskapitän, eine Rolle, die er bei der Schacholympiade 2024 für Usbekistan innehatte.