Francesco Costabiles 'Familia', adaptiert aus Luigi Celestes Memoiren, wurde als Italiens Einreichung für den Besten Internationalen Spielfilm bei den Oscars 2026 ausgewählt. Der Film beleuchtet den Kampf einer Familie gegen häusliche Gewalt und den Abstieg des Sohns in rechtsextremen Extremismus. Positive Kritiken heben die Leistungen und emotionale Tiefe nach der Uraufführung in Venedig hervor.
Überblick
'Familia' ist ein italienisches Drama unter der Regie von Francesco Costabile, basierend auf Luigi Celestes Memoiren 'Non sarà sempre così'. Die Geschichte dreht sich um die Familie Celeste, geprägt vom missbräuchlichen Verhalten des Vaters. Nach dem Eingreifen der Behörden versuchen die Mutter Licia (Barbara Ronchi) und die Söhne Luigi (Francesco Gheghi als Erwachsener, Francesco De Lucia als Kind) sowie Alessandro (Stefano Valentini) ihr Leben neu aufzubauen. Jahre später zwingt die Rückkehr des Vaters (Francesco Di Leva) zu Konfrontationen mit vergangenen Traumata, während Luigi mit Wut ringt und sich neonazistischen Freunden anschließt.
Produktion und Premiere
Costabile schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Vittorio Moroni und Adriano Chiarelli. Produziert von Tramp Limited, Medusa Film, Indigo Film und O’Groove, läuft der Film 120 Minuten. Die Premiere fand beim Filmfestival Venedig 2024 statt, wo Gheghi den Orizzonti-Preis als Bester Darsteller gewann. Di Leva erhielt den Besten Nebendarsteller bei den David di Donatello. Der Regisseur bezog sich auf seinen vorherigen Film 'Una Femmina' und verlagerte den Fokus auf universelle Themen von Gewalt quer durch alle sozialen Schichten.
Kritiken
Die Rezension von Variety lobt die 'verletzende Schlichtheit' des Films und die Leistungen, bemerkt das Gleichgewicht zwischen Gewalt und Verletzlichkeit. Sie kritisiert gelegentliche Genrewechsel, rühmt aber Ronchis zurückhaltende Darstellung von Licia. In einem Deadline-Interview bei Contenders Film: International erklärte Costabile, die Rechte seien leicht zu erwerben gewesen, da es Celestes Traum war; Celeste schrieb die Memoiren im Gefängnis, um seine komplexe Geschichte jenseits medialer Zusammenfassungen zu teilen. Gheghi beschrieb die Verbindung zu Celeste auf dem Set, während Ronchi Opfer häuslicher Gewalt recherchierte.
Oscar-Kontext
Italien mit 14 Siegen in der Kategorie reicht 'Familia' unter 91 weltweiten Einsendungen für 2026 ein. Der Film thematisiert toxische Männlichkeit, generationelles Trauma und Faschismus durch intime Familiendynamiken.