Die deutsche Schauspielerin Nina Hoss teilt Einblicke in ihre Rolle als Eileen Lövborg in Nia DaCostas Neuinterpretation von Henrik Ibsens 'Hedda Gabler' während eines Interviews im Variety Awards Circuit Podcast. Der Film tauscht das Geschlecht einer Schlüsselfigur in eine queere Frau aus, die akademische und persönliche Kämpfe navigiert. Hoss hebt die Relevanz des Projekts für Frauen über 50 in Hollywood hervor und äußert Optimismus bezüglich der sich wandelnden Repräsentation.
Podcast-Interview-Highlights
In der neuesten Folge des Variety's Awards Circuit Podcasts, veröffentlicht am 7. November 2025, taucht Nina Hoss in ihre Leistung in 'Hedda' ein, unter der Regie von Nia DaCosta. Hoss, bekannt für ihre Bühnenarbeit einschließlich einer sechsjährigen Laufzeit als Hedda Gabler im Berliner Repertoiretheater, spielt Eileen Lövborg – eine neu interpretierte Version des ursprünglichen männlichen Charakters Eilert Lövborg. Dieser Geschlechtertausch verwandelt die Geschichte in ein dynamisches Dreieck komplexer weiblicher Hauptfiguren, einschließlich der Co-Stars Tessa Thompson, Imogen Poots und Tom Bateman.
Hoss lobt DaCostas kühne Entscheidungen und bemerkt: „Als ich das Drehbuch gelesen habe, dachte ich, warum ist niemand je auf diese Idee gekommen? Es macht es so interessant für die anderen weiblichen Charaktere.“ Der Film erforscht Themen wie inneren Konflikt, gesellschaftliche Erwartungen und queere Identität, wobei Eileen eine genesende Suchtkranke und offen queere Schriftstellerin ist, die um Respekt in der Akademie kämpft. Hoss beschreibt die unapologetische Präsenz der Figur: „Sie betritt einen Raum voller Männer in Anzügen und sagt: ‚Hier bin ich.‘“ Die Kostüme, darunter ein Korsett und ein voluminöser Rock, unterstreichen Eileens Gelassenheit und zugrunde liegende Verletzlichkeiten.
Oscar-Gerüchte und Karriere-Reflexionen
Branchenbeobachter positionieren Hoss als starke Kandidatin für eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin für 'Hedda', potenziell ihre erste nach gefeierten Rollen in 'Barbara' (2012), 'Phoenix' (2015) und 'Tár' (2022). Hoss reflektiert über Zusammenarbeiten mit Regisseurinnen wie DaCosta, Todd Field und Christian Petzold und betont ihr Vertrauen in Schauspieler: „Sie haben diese kindliche Neugier – ‚Was werdet ihr damit machen?‘“
Ausblickend diskutiert Hoss das Gleichgewicht zwischen Theater und Film, ihr jüngstes dystopisches Projekt 'The Other Side', das in den Alpen gedreht wurde, und wachsende Chancen für Frauen in den 40ern und 50ern. „Ich glaube wirklich, dass es jetzt unsere Zeit ist“, sagt sie und zitiert zunehmend frauenzentrierte Geschichten und Kooperationen. Das Interview, moderiert von Clayton Davis und anderen, berührt auch die Oscar-Rundtischgespräche und Projekte von Laura Dern, konzentriert sich jedoch auf Hoss' künstlerischen Weg und die frische Auseinandersetzung mit Ibsens Klassiker.