Amnesty International Kenia hat staatliche Behörden dazu aufgerufen, mutmaßliche Wahlvergehen im Vorfeld der für den 16. Juli geplanten Nachwahl in Ol Kalou zu untersuchen.
Amnesty International Kenia veröffentlichte am 12. Juli eine Erklärung, in der die Independent Electoral and Boundaries Commission (IEBC), das Büro des Director of Public Prosecutions und die Ethics and Anti-Corruption Commission zu dringendem Handeln aufgefordert wurden. Die Organisation verwies auf Berichte über Wählerbestechung durch Bargeld, Matratzen, Flüssiggasflaschen und Lebensmittel während des Wahlkampfes. Zudem wurden Vorwürfe hervorgehoben, wonach staatliche Projekte zeitlich so geplant worden seien, dass sie Wähler beeinflussen sollten, und dass lokale Verwaltungsbeamte unter Verstoß gegen das Wahlrecht Einwohner mobilisiert hätten. Amnesty bezeichnete die Vorfälle als systematisches Muster, das Artikel 38 der Verfassung verletze. Die Organisation wies auf Gewalttaten hin, darunter Zusammenstöße zwischen rivalisierenden Anhängern sowie einen Angriff auf einen Wahlkampflastwagen der Democracy for the Citizens Party am 11. Juli in Gilgil. Die Erklärung forderte Ermittlungen und Strafverfolgungen ungeachtet politischer Ämter. Sie rief die IEBC zudem dazu auf, eine Verschiebung der Wahl in Erwägung zu ziehen, falls die Mindeststandards für deren Glaubwürdigkeit nicht garantiert werden könnten.