Frehiwot Tamru, CEO von Ethio telecom, hat gewarnt, dass Afrika ohne eine umfassende Reform der Politik eine 30-jährige Verzögerung im digitalen Fortschritt erleiden könnte. Auf der GSMA Ministerial Roundtable in Barcelona kritisierte sie fragmentierte Ansätze bei Konnektivitätsproblemen. Sie forderte eine integrierte Strategie, um die digitale Kluft des Kontinents zu schließen.
Frehiwot Tamru, die CEO von Ethio telecom, sprach auf der GSMA Ministerial Roundtable am Rande des Mobile World Congress in Barcelona. Sie gab eine Warnung hinsichtlich der technologischen Zukunft Afrikas ab und stellte fest, dass der Kontinent ohne einen Wechsel von Ad-hoc-Politikgestaltung zu einem ganzheitlichen Modell ein langanhaltendes digitales Ausschlussrisiko für Jahrzehnte eingehen könnte. Sie hob die Grenzen des neuen GSMA Digital Africa Index hervor und merkte an, dass die Zurückhaltung vieler afrikanischer Länder, Daten bereitzustellen, ein unvollständiges Bild erzeugt, das Investoren und Entscheidungsträger beeinträchtigt. Sie wandte sich gegen den sequentiellen Ansatz zur Lösung der digitalen Kluft – zuerst Abdeckung, dann Bezahlbarkeit und Relevanz – und bezeichnete ihn als veraltet. „Wir können es uns nicht leisten, die digitale Kluft als lineares Problem zu behandeln, das schrittweise über Jahrzehnte gelöst wird“, sagte sie. „Wenn wir weiterhin Infrastruktur getrennt von der Geräteökonomie angehen oder Inhalte getrennt von der Regulierung, werden wir 2056 noch über dieselbe Lücke diskutieren.“ Stattdessen plädierte sie für einen synchronisierten Einsatz mit Netzverdichtung, Subventionierung von Handys, lokalen Innovationsökosystemen und adaptiver Gesetzgebung. An die Regulierer gewandt, drängte Tamru darauf, die Rollen der Telekommunikationsanbieter über kommerzielle Dienste hinaus neu zu definieren. „Wir sind die Architekten des digitalen Rückgrats, auf dem zukünftige Ökonomien aufgebaut werden“, sagte sie und setzte sich für eine ko-kreative Regulierung ein, um Investitionen und Wachstum zu fördern. Die Veranstaltung machte ein zentrales Marktthema deutlich: Während die 4G-Abdeckung rund 84 Prozent der afrikanischen Bevölkerung erreicht, halten hohe Preise für Einstiegsgeräte viele offline. Äthiopien nimmt an einem GSMA-Pilotprojekt für 4G-Smartphones unter 40 Dollar teil, um diese Nutzungslücke zu schließen. Branchendaten von der Runde legen nahe, dass die Anbindung unterversorgter Nutzer bis Ende des Jahrzehnts 700 Milliarden Dollar zum afrikanischen BIP hinzufügen könnte. Der „Next Horizon“-Plan von Ethio telecom soll diese Transformation unterstützen und das Unternehmen als Schlüsselfigur in der digitalen Entwicklung der Region positionieren.