Laut einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hat Deutschland China überholt und ist nun der viertgrößte Exporteur schwerer Waffen. Fast ein Viertel der deutschen Lieferungen ging in die Ukraine, während Europa insgesamt seine Importe verdreifacht hat. Der Anstieg wird vor allem durch den Krieg in der Ukraine und Unsicherheiten bezüglich der US-Unterstützung in der Nato angetrieben.
Der Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zu den internationalen Waffenübertragungen für den Zeitraum 2021 bis 2025 zeigt einen globalen Anstieg der Lieferungen um 9,2 Prozent im Vergleich zu 2016 bis 2020. Deutschland hat in dieser Periode seinen Anteil an den weltweiten Exporten auf 5,7 Prozent gesteigert und China auf Platz fünf verdrängt. Rund 24 Prozent der deutschen Waffenexporte flossen in die Unterstützung der Ukraine, weitere 17 Prozent in andere europäische Länder, was Europa zur wichtigsten Abnehmerregion mit 41 Prozent macht.
Die europäischen Staaten haben ihre Waffenimporte mehr als verdreifacht, mit einem Anstieg von 210 Prozent. Hinter der Ukraine als größtem Importeur in Europa folgen Polen und Großbritannien. Fast die Hälfte der Importe stammt aus den USA (48 Prozent), gefolgt von Deutschland (7,1 Prozent) und Frankreich (6,2 Prozent). „Die Lieferungen an die Ukraine seit 2022 sind der offensichtlichste Faktor“, sagte Sipri-Forscher Mathew George. Die russische Bedrohung und Zweifel an der US-Bündnistreue in der Nato treiben die Nachfrage.
Die USA dominieren mit 42 Prozent aller globalen Lieferungen, ein Zuwachs um 27 Prozent. Frankreich liegt auf Platz zwei, Russland auf drei mit einem Rückgang um 64 Prozent. „Russland ist eigenhändig für den starken Anstieg der europäischen Rüstungsimporte verantwortlich“, erklärte Sipri-Expertin Katarina Djokic. Trotz gesteigerter eigener Produktion importieren europäische Staaten weiter US-Waffen, insbesondere Kampfflugzeuge und Langstrecken-Luftabwehrsysteme. Die Ukraine erhielt 9,7 Prozent aller weltweiten Waffentransfers. Sipri misst das Volumen, nicht den finanziellen Wert, und erfasst schwere Waffen wie Flugzeuge, Panzer und Artillerie.