Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zu Gegenangriffen geführt, die deutsche Soldaten in Jordanien und im Irak sowie Zivilisten in Dubai gefährden. Mehr als 500 Bundeswehrsoldaten sind in der Region stationiert, und es gab Drohnenangriffe auf zwei Standorte. In Dubai wurden Anwohner durch Raketenalarme aus dem Schlaf gerissen.
Die Spannungen im Nahen Osten haben sich seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran verschärft. Iranische Gegenangriffe haben Auswirkungen auf benachbarte Länder, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Standorte mit deutschen Truppen.
In Dubai, einer Metropole in den VAE, wurden Sebastian Weißschnur und seine Familie um 0:30 Uhr in der Nacht zum Sonntag durch einen Alarmton geweckt. Die Nachricht des Innenministeriums warnte vor einer potenziellen Raketenbedrohung aufgrund der aktuellen Lage. Anwohner sollten sofort Schutz in sicheren Gebäuden suchen und sich von Fenstern, Türen und offenen Bereichen fernhalten. Weißschnur, der seit zehn Jahren mit Frau und Kind in Dubai lebt, berichtet: „Wir sind dann in die Tiefgarage gelaufen und haben dort zwei Stunden verbracht, bis es Entwarnung gab.“ Andere verbrachten die Nacht in ihren Autos. Der Unternehmensberater hielt den Angriff auf den Iran angesichts der Vorfälle in den vergangenen Wochen für nicht überraschend, „aber, dass er solche Auswirkungen auf Dubai hat, damit haben die wenigsten gerechnet.“
Gleichzeitig geraten über 500 deutsche Soldaten in internationalen Einsätzen im Irak, Jordanien und Libanon in Gefahr. Am Wochenende kam es zu Beschuss in Erbil (Irak) und Al Azraq (Jordanien). Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass die Angriffe abgewehrt wurden. „Die deutschen Soldaten waren offensichtlich nicht unmittelbares Ziel“, betonte er. Die Soldaten befanden sich in sicheren Schutzbauten und sind wohlauf; es gab keine Schäden am Material. Nahe dem Flughafen von Erbil wurden am Sonntag mehrere Drohnen abgeschossen, wo US-amerikanische und internationale Truppen, darunter Bundeswehr-Soldaten, stationiert sind.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der beide Standorte im Dezember 2024 besucht hatte, stimmt sich am Montag mit den örtlichen Kommandeuren ab. Die Bundeswehr hatte in den vergangenen Wochen aufgrund zunehmender Spannungen nicht dringend benötigtes Personal aus Erbil abgezogen; für Jordanien wird dies erwogen. Im Irak unterstützt die Bundeswehr die Ausbildung von Soldaten, um ein Wiedererstarken des Islamischen Staates zu verhindern, mit Schwerpunkt in Erbil, wo zuletzt etwa 300 Soldaten im Einsatz waren, der Großteil jedoch in Jordanien. Al Azraq dient als Drehscheibe für weitere Missionen. Im Libanon hilft die Bundeswehr bei der Sicherung von Grenzen und Seewegen sowie der Ausbildung der Marine; das Mandat läuft bis 30. Juni 2026. Der Libanon ist durch die vom Iran unterstützte Hisbollah involviert.