Die deutsche Rodel-Fahrerin Julia Taubitz hat bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo Gold im Einsitzer geholt. Sie überholte damit ihre Enttäuschung von Peking 2022 und vervollständigte ihre Titel-Sammlung. Mit einem Bahnrekord und starken Läufen setzte sie sich klar durch.
Julia Taubitz aus dem WSC Oberwiesenthal hat sich ihren größten sportlichen Erfolg gesichert, indem sie im Frauen-Einsitzer der Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d’Ampezzo Gold gewann. Die 29-Jährige stieß nach dem Rennen einen Jubelschrei aus und wurde von ihren Teamkolleginnen umarmt. Vor vier Jahren in Peking 2022 hatte sie als Topfavoritin im zweiten Lauf einen Sturz erlitten und wurde Siebte.
Taubitz startete mit Startnummer 1 und fuhr im ersten Lauf Bahnrekord. „Ich finde die Bahn sehr gelungen und sehr gefühlvoll. Der Rhythmus der Kurven ist sehr schön, man kann toll mit dem Schlitten runtertanzen“, sagte sie. Im zweiten Lauf überbot sie die Bestmarke ihrer Landsfrau Merle Fräbel und führte zur Halbzeit. Im dritten Lauf fuhr sie sicher, während Fräbel mit Fehlern auf Rang acht abrutschte. Silber ging an Elina Bota aus Lettland mit fast einer Sekunde Rückstand, Bronze an Ashley Farquharson aus den USA. Anna Berreiter aus Berchtesgaden wurde Sechste.
Mit diesem Sieg vervollständigt Taubitz nach acht Weltmeistertiteln, einem EM-Gold und fünf Weltcup-Gesamtsiegen ihre Sammlung. „Ich habe mir schon in sehr jungen Jahren meine sportlichen Ziele gesetzt. Die bestanden aus dem Gesamtweltcupsieg, dem Weltmeistertitel und dem Olympiasieg“, erklärte die Erzgebirgerin. Sie verarbeitete damit den Rückschlag aus Peking: „Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten. Rückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung.“
Taubitz setzte die deutsche Goldserie bei den Frauen fort, die seit dem Sieg von Silke Kraushaar-Pielach 1998 andauert. Sie feierte mit ihrer Mutter Simone und über 80 Fans aus dem Erzgebirge. Die neue Bahn im Cortina Sliding Centre bot Geschwindigkeiten von fast 120 km/h.