Das deutsche Skeleton-Team hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina sechs Medaillen errungen und damit das Rodel-Team übertroffen. Trotz fehlender Goldmedaillen ist Bundestrainer Christian Baude hochzufrieden mit dem Ergebnis. Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einem neuen, leichteren Schlitten, der geheim gehalten wurde.
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo hat das deutsche Skeleton-Team mit sechs Medaillen für eine Überraschung gesorgt. Es gewann jeweils Silber und Bronze bei den Einzelwettbewerben der Männer und Frauen sowie im Mixed-Team-Event, das erstmals ausgetragen wurde. Damit übertrafen die Skeletonfahrer das Rodel-Team, das fünf Medaillen holte, darunter drei Goldene.
Bundestrainer Christian Baude, der das Team seit April 2020 leitet, nannte das Ergebnis ein „Mega-Ergebnis – auch wenn keine Goldene dabei ist“. Die Einzel-Silbermedaillen gingen an Susanne Kreher und Axel Jungk vom Dresdner SC, die nur 0,17 Sekunden hinter dem britischen Goldgewinner Matt Weston lagen. Die Bronzemedaillen sicherten sich Jacqueline Pfeifer von der HSG Hochsauerland und Christopher Grotheer aus Oberhof, jeweils 0,01 Sekunden hinter dem Silber. Grotheer sagte: „Das ist saubitter und ein bisschen ärgerlich. Heute wäre wirklich alles drin gewesen, aber Medaille ist Medaille.“
Baude, ein 43-jähriger Thüringer und ehemaliger Rodler, der 2011 den Gesamt-Europacup gewann, hatte vor den Spielen von engen Rennen gesprochen. Die Konkurrenz im Skeleton ist extrem hoch, wie er betonte. Felix Keisinger wurde Sechster, Hannah Neise Vierte.
Das Erfolgsgeheimnis war ein neuer Schlitten, entwickelt vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin. Er wiegt nur 38 Kilogramm statt 45 und hat eine verbesserte Aerodynamik. Über den Sommer 2024 entstand er, wurde aber in der Weltcup-Saison zurückgehalten, um Kopien zu vermeiden. Die finalen Tests fanden erst nach dem Weltcup-Finale in Altenberg Ende Januar auf der Heimbahn im Osterzgebirge statt. „Wir wollten das Risiko vermeiden, dass etwas rauskommt“, erklärte Baude. Er lobte das Team und das Betreuerteam als „echte Einheit“ und war „megastolz“. Mit Baude hat sich die Stellung des Skeleton im deutschen Verband gestärkt.