Die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d'Ampezzo in Norditalien lieferten nicht nur sportliche Siege, sondern auch bewegende persönliche Momente. Von Lindsey Vonns dramatischem Sturz bis zu emotionalen Reaktionen und politischen Gesten prägten Athleten die Schlagzeilen abseits der Medaillen. Diese Geschichten unterstreichen das menschliche Element des Sports.
Die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo waren geprägt von emotionalen Höhen und Tiefen. Am zweiten Wettkampftag stürzte die US-Skifahrerin Lindsey Vonn, 41, nach 13 Sekunden in der Abfahrt, brach sich das Bein und wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Sie schrie vor Schmerz, nachdem sie an einem Tor hängengeblieben war. Vonn, die mit einer Knieprothese und einem Kreuzbandriss antrat, teilte später eine inspirierende Botschaft: „Ich habe es versucht. Ich habe geträumt. Ich bin gesprungen. Wenn ihr etwas aus meiner Geschichte mitnehmt, dann dies: Ihr habt alle den Mut, Großes zu wagen.“
Der deutsche Skispringer Philipp Raimund, 25, wurde Olympia-Sieger, ohne zuvor einen Weltcup-Sieg errungen zu haben. „Ich bin geisteskrank stolz auf mich“, sagte er nach dem Triumph. Er kritisierte den Norweger Marius Lindvik wegen Materialbetrugs bei der Nordischen Ski-WM und verschenkte eine Medaille durch falsche Skiwahl. In Mixed und Super-Team wurde er Vierter.
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch, 27, wurde disqualifiziert, weil er auf seinen Helm mit Bildern verstorbener Sportler durch den russischen Krieg nicht verzichtete. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry verkündete dies unter Tränen. Heraskewytsch: „Es ist schwer, etwas zu sagen oder es in Worte zu fassen. Es ist Leere.“ Er erhielt 200.000 Euro von ukrainischen Unternehmen zur Fortsetzung seiner Karriere.
Der US-Eiskunstläufer Ilia Malinin, 21, führte nach dem Kurzprogramm, patzte aber in der Kür am Freitag, dem 13., und landete auf Platz acht. „Das hat mich überwältigt und ich hatte keine Kontrolle mehr“, erklärte er den Druck.
Die deutschen Rodler Tobias Wendl und Tobias Arlt, beide 38, gewannen ihr siebtes Gold in der Teamstaffel plus Bronze – eine Rekord-Leistung. Emotional fiel Wendl zu Boden. Sie planen den Abschied erst 2028 bei der Heim-WM.
Die 22-jährige Alpin-Fahrerin Emma Aicher verpasste zweimal Gold knapp: 0,04 Sekunden in der Abfahrt, 0,05 Sekunden in der Team-Kombination. „Vielleicht sind die Hundertstelsekunden auch mal auf meiner Seite“, lächelte sie.
Der Norweger Atle Lie McGrath schied im Slalom aus und floh in den Wald, nachdem sein Großvater an Eröffnungsfeier-Tag gestorben war. „Ich brauchte einfach etwas Zeit für mich“, sagte er.
Im Biathlon gewann Johan-Olav Botn Gold, nach dem Tod seines Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken. Sturla Holm Lägreid beichtete Bronze-nach Untreue, um seine Partnerin zurückzugewinnen, was scheiterte.
Schwedin Ebba Andersson überschlug sich im Staffelrennen, lief einbeinig weiter und holte Silber. Ein Hund namens Nazgul stürmte im Teamsprint ins Ziel.
Norwegens Johannes Hösflot Kläbo holte fünf Goldmedaillen in fünf Rennen, insgesamt zehn Olympia-Gold. „Er ist überirdisch, vom anderen Stern“, kommentierte Deutschlands Teamchef Peter Schlickenrieder.