Das deutsche Team hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina den sechsten Platz im Medaillenspiegel erreicht und damit das Ziel eines Top-Drei-Rangs verfehlt. Mit acht Goldmedaillen und insgesamt 26 Medaillen liegt die Bilanz unter den Erwartungen, obwohl die Eiskanal-Sportarten stark performten. Experten fordern Analysen und sehen eine Bewerbung um eigene Olympische Spiele als Lösung für den Abwärtstrend.
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina endeten für Team Deutschland mit einem sechsten Platz im Medaillenspiegel. DOSB-Chef de Mission Olaf Tabor hatte am 4. Februar ein Ziel von mindestens Platz drei ausgerufen, das durch zu wenige Goldmedaillen verfehlt wurde. Statt 12 Goldmedaillen wie 2022 in Peking holte Deutschland nur acht, bei insgesamt 26 Medaillen – nahe an den 27 aus Peking, aber weniger als die 14 Goldmedaillen von 2018 in Pyeongchang.
Tabor betonte: „Wir haben leider nicht genug Goldmedaillen gewonnen.“ Dennoch sei er „mit unserem Abschneiden überhaupt nicht unzufrieden“, besonders da die Eiskanal-Disziplinen (Bob, Rodeln, Skeleton) hervorragend abschnitten. Der Bob- und Schlittenverband (BSD) steuerte sechs der acht Goldmedaillen bei und insgesamt 19 Edelmetalle – ein Rekord.
Schwächen zeigten sich bei Biathlon und Nordischer Kombination. Die Biathleten holten nur eine Bronzemedaille im Mixed mit Philipp Nawrath und Franziska Preuß, die schlechteste Bilanz seit 1992. Sportdirektor Felix Bitterling sagte: „Eine Medaille ist nicht unser Anspruch. Diese Mannschaft kann mehr.“ Die Nordischen Kombinierer gewannen erstmals seit 1998 keine Medaille. Insgesamt gab es 14 vierte Plätze, darunter bei Skispringern Philipp Raimund und Andreas Wellinger durch Schneefall-Abbruch.
Tabor sprach von „Ernüchterung“ und kleinen Fehlern, die Potenziale verhinderten. Andere Nationen wie Norwegen, USA und die Niederlande (dritter Platz) gingen sorgsamer mit Chancen um. Themen wie mentale Stärke und Material werden analysiert. Nahe Verfehlungen umfassten Emma Aichers 0,04 Sekunden Rückstand in der Abfahrt und Laura Noltes vier Hundertstel im Monobob.
Ein Kommentar fordert eine Olympia-Bewerbung Deutschlands (2036, 2040 oder 2044) unter Kandidaten wie München oder Rhein-Ruhr, um den Absturz umzukehren. Reformen wie das Sportfördergesetz stocken, und der Infrastruktur-Bedarf liegt bei 42 Milliarden Euro.