Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat das Präsidialdekret 12.600/2025 aufgehoben, das Studien zu Konzessionen für Wasserstraßen auf den Flüssen Tapajós, Madeira und Tocantins anordnete. Die Entscheidung folgte Aktionen indigener Bewegungen, die sich gegen die Projekte stellen, einschließlich Invasionen privater Grundstücke. Die Regierung bezeichnete die Maßnahme als aktives Zuhören auf die Forderungen der Gemeinschaften.
Das Dekret 12.600/2025, erlassen im Jahr 2025, genehmigte technische Studien zur Bewertung der Machbarkeit von Konzessionen für Wasserstraßen auf den Flüssen Tapajós, Madeira und Tocantins. Diese Wasserstraßen gelten als essenziell für den Transport landwirtschaftlicher Ernten und Mineralien und bieten eine effizientere Alternative mit geringeren CO₂-Emissionen im Vergleich zu anderen Transportmitteln. Die Aufhebung erfolgte inmitten von Protesten, die vom Conselho Indígena de Tapajós Arapiuns angeführt wurden. Die Gruppe blockierte den Zugang zu Häfen in Pará, besetzte das Cargill-Terminal in Santarém und stoppte private Operationen. Die Aktionen umfassten Bedrohungen und Vandalismus gegen die Zentrale von Cargill in São Paulo sowie die Abfangung eines mit Getreide beladenen Lastkahns. Trotz einer gerichtlichen Anordnung zur Räumung drangen Demonstranten in interne Bereiche des Unternehmens vor und verschärften die Spannungen. Minister Guilherme Boulos vom Generalsekretariat der Präsidentschaft bezeichnete die Aufhebung des Dekrets als „aktives Zuhören“ auf indigene Bedenken hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz. Traditionelle Gemeinschaften fordern Vorabkonsultationen und äußern Ängste vor den ökologischen Auswirkungen der Projekte. Die Entscheidung fällt in ein Wahljahr, in dem die Regierung den Dialog mit sozialen Basen priorisiert. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Maßnahme die Notwendigkeit unabhängiger technischer Analysen vor jedem Ausschreibungsverfahren ignoriert, was die nationale Logistikplanung beeinträchtigen könnte. Das ursprüngliche Dekret zielte darauf ab, Entwicklung und Erhaltung auszugleichen, ohne sofortige Bauarbeiten zu genehmigen.