Die USA und Israel haben den Iran angegriffen, wobei der oberste Führer Ali Chamenei getötet wurde. Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilt die iranischen Gegenschläge scharf, äußert sich aber zurückhaltend zu den Angriffen auf den Iran. Die Blockade der Straße von Hormus führt zu gestrandeten Schiffen und steigenden Ölpreisen.
Am Wochenende haben die USA und Israel den Iran angegriffen, was zum Tod des religiösen Führers Ali Chamenei und anderer Spitzenpolitiker führte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) diskutierte die Operation „Brüllen des Löwen“ im Telefonat mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. In einer gemeinsamen Erklärung mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer im E3-Format verurteilten die drei Länder die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region und forderten Verhandlungen mit der iranischen Führung. Merz stellte fest: „Deutschland ist daran nicht beteiligt.“
Merz bewertete die iranischen Gegenangriffe als „wahllose Angriffe“ und verglich die Lage mit gescheiterten Interventionen in Afghanistan, Libyen und Irak. Er sagte: „Damit ist die Schwelle in eine ungewisse Zukunft überschritten.“ Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) betonte, dass das Völkerrecht von allen Seiten geachtet werden müsse. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide kritisierte die Angriffe als nicht völkerrechtskonform.
Die Blockade der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasproduktion transportiert wird, hat Dutzende Schiffe gestrandet, darunter Öltanker. Experten rechnen mit Ölpreisen über 80 Dollar pro Barrel, möglicherweise bis 100 Dollar. In Deutschland kostete Superbenzin (E5) am Wochenende bereits über 1,90 Euro pro Liter. Sechs Kreuzfahrtschiffe mit Tausenden Passagieren, darunter Deutsche aus Lübeck, sitzen im Persischen Golf fest, da Flugverkehr nach Dubai und Katar eingestellt wurde.
In Berlin feiern Exil-Iraner den Tod Chameneis, während in einer Neuköllner Moschee ein Trauergottesdienst für ihn abgehalten wird. Die AfD-Führung äußerte Besorgnis über eine Destabilisierung des Nahen Ostens.