Vitaly Manskys 'Time to the Target' fängt das Leben im Kriegsalltag in Lviv ein

Der Dokumentarfilmer Vitaly Mansky präsentiert ein intimes dreistündiges Porträt des täglichen Lebens in Lviv, Ukraine, inmitten der laufenden russischen Invasion. Der Film, betitelt 'Time to the Target', lässt sich von Bruegels Gemälden inspirieren, um die Mischung aus Routine und Resilienz in einer Stadt fern der Frontlinien darzustellen. Mansky betont das Erleben der Integration des Krieges in den zivilen Alltag ohne offenkundige Überredung.

Überblick über den Film

Vitaly Manskys 'Time to the Target' bietet einen nuancierten Blick auf Lviv, eine westukrainische Stadt, die einst als relativ sicher galt, nun aber von russischen Marschflugkörpern und Shahed-Drohnen bedroht ist. In langen Einstellungen mit tiefer Schärfentiefe gedreht, erfasst der Dokumentarfilm alltägliche Momente: eine Militärkapelle bei der Probe, Hochzeiten, Theateraufführungen, die von Luftalarmanlagen unterbrochen werden, und junge Mütter, die Babys wiegen, die während Sirenenpausen geboren wurden. Der Film dauert drei Stunden und zielt darauf ab, die Zuschauer in die subtile Durchdringung des Lebens durch den Krieg einzutauchen.

Vision des Regisseurs und Einflüsse

Mansky, bekannt für Dokumentarfilme über die Ukraine und die ehemalige Sowjetunion – einschließlich Untersuchungen russischer Gasleitungen und Putins Macht –, arbeitete mit den tschechischen Produzenten Vit Klusak und Filip Remunda zusammen. Im Gegensatz zu manifestartigen Filmen wie seinem 2023 mit Yevhen Titarenko co-regiierten 'Eastern Front' vermeidet 'Time to the Target' GoPro-Kampfaufnahmen, um Empathie zu fördern. 'Dieser Film zielt nicht darauf ab, jemanden zu überzeugen oder die Meinung zu ändern', sagt Mansky. 'Er bietet die Gelegenheit, den Krieg zu erleben, wie er Teil des Gewebes des zivilen Lebens geworden ist.' Er zieht aus Bruegels Gemälden breite Rahmen, die Vordergrundaktivitäten inmitten detaillierter Hintergründe von Geburt, Leben und Tod zeigen.

Szenen und Themen

Der Film hebt universelle Rituale mit ukrainischer Spezifität hervor: trauernde Familien auf überfüllten Militärfriedhöfen, wo Totengräber alte Überreste für neue aus Jahrhunderten von Konflikten ausgraben; Schulkinder, die 'Unsere Front ist hier' lernen; tägliche Stille um 9 Uhr zur Ehrung der Helden; und Parkausflüge, die durch Anti-Putin-Zielübungen unterbrochen werden. Musiker teilen Geschichten des Verlusts, wobei einer bemerkt: 'Niemand glaubte, dass wir so lange durchhalten würden', und ein anderer über die stückchenweise Militärhilfe klagt: 'Sie geben uns Waffen in Teelöffeln. Damit wir nicht verlieren und nicht gewinnen.' Mansky reflektiert über die Veränderungen in Lviv seit 2014: 'Ich dachte, Lviv sei eine ewige Stadt und ich kenne sie sehr gut... Ich begann, die allmählichen Veränderungen zu bemerken.' Durch konstante Musik – von Popballaden bis Blaskapellen – unterstreicht der Film die anhaltende Menschlichkeit.

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