Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Politischen Aschermittwoch in Trier angekündigt, eine zweite Amtszeit nach der Bundestagswahl 2029 anzustreben. Der 70-Jährige berief sich auf die Langlebigkeit seines Vaters und rief zu mehr Leistungsbereitschaft auf. Zudem bereitet sich die CDU auf ihren Parteitag in Stuttgart vor.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Politischen Aschermittwoch in Trier erklärt, eine zweite Amtszeit nach der Bundestagswahl 2029 anzustreben. «Ich habe schon noch vor, das eine längere Zeit zu machen», sagte der 70-Jährige und verwies darauf, dass sein Vater im Januar 102 Jahre alt geworden sei. Merz, der am 11. November 70 geworden ist, ist der älteste Bundeskanzler seit Konrad Adenauer, der 1963 im Alter von 87 Jahren aus dem Amt schied.
An den CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März, Gordon Schnieder, gerichtet, äußerte Merz die Hoffnung: «Wenn wir dann, sagen wir in fünf Jahren, hier wieder stehen, dann möchte ich, dass wir beide gemeinsam, du als Ministerpräsident, ich im Amt als Bundeskanzler, wir beide zurückschauen und sagen: Das waren harte Zeiten, aber wir haben damals [...] die richtigen Entscheidungen getroffen.»
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann bescheinigte Merz kürzlich gute Voraussetzungen für eine lange Karriere. «Er hat’s selber gesagt: Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter», sagte Linnemann dem «Stern». «Er hat also die Gene, dass er noch sehr lange Politik machen kann.» Linnemann hielt eine Debatte über eine erneute Kanzlerkandidatur jedoch für verfrüht: «Ich gehe davon aus, aber das ist keine Frage, die sich im Jahr 2026 stellt.»
Am Freitag will Merz sich auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart zum dritten Mal zum Parteichef wählen lassen. Bei früheren Wahlen erhielt er 2022 94,6 Prozent, später 95,3 Prozent und 2024 89,8 Prozent. Als Vergleich gilt das Ergebnis von CSU-Chef Markus Söder mit 83,6 Prozent im Dezember.
Merz forderte in Trier einen Mentalitätswechsel: «Lifestyle und Vier-Tage-Woche. Alles schön, kann man alles machen. Aber wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, dann müssen wir jetzt alle mal zusammen ins Rad packen [...]. Nicht mit Zwang, nicht mit Druck, nicht mit neuen Gesetzen, sondern einfach mit Fröhlichkeit an der Arbeit.» Er hatte bereits in seiner ersten Regierungserklärung im Mai gesagt, die Deutschen müssten mehr arbeiten. Im Januar löste ein Antrag des CDU-Wirtschaftsflügels eine Debatte über Teilzeit aus, der nun ohne den Begriff «Lifestyle-Teilzeit» formuliert ist.
Der Parteitag in Stuttgart wird auch Inhalte diskutieren, darunter Ideen für den Wohnungsmarkt, eine Zuckersteuer (von der Parteispitze abgelehnt) und eine Altersgrenze von 16 für Social Media (von Merz unterstützt). Einige Anträge könnten die Koalition mit der SPD belasten, etwa zu Krankschreibungen oder der Cannabis-Legalisierung.