Die US-amerikanische Autorin Rachel Kushner sprach mit Agerpres über ihren neuesten Roman 'Creation Lake', der kürzlich ins Rumänische übersetzt wurde und für große Literaturpreise nominiert ist. Das Buch handelt von einer freiberuflichen Spionin, die in eine öko-anarchistische Gruppe im Südwesten Frankreichs infiltriert, zusammen mit einem zurückgezogenen Philosophen. Kushner teilte Einblicke in ihre Inspirationen, Charakterentwicklung und wiederkehrende Themen wie Gemeinschaft und Klimawandel.
Rachel Kushner, bekannt für Romane wie 'Telex from Cuba' (2008), 'The Flamethrowers' (2013) und 'The Mars Room' (2018), gab am 26. Februar 2026 ein Interview für Agerpres. Ihr jüngstes Werk, 'Creation Lake' (2024), wurde ins Rumänische als 'Lacul creatiei' von Alexandra Coliban übersetzt (Anansi, Trei, 2025). Der Roman stand auf der Shortlist für den Booker Prize 2024, den National Book Award 2025 und den Pen Faulkner Award 2025. nnIn der ländlichen Südwestfrankreich um 2013 angesiedelt, dreht sich die Geschichte um die öko-anarchistische Kommune Moulinards, die steinigen Boden unter Polizeibeobachtung bebauen. Die Protagonistin Sadie Smith – eine entehrte Ex-FBI-Agentin, die als freiberufliche Spionin arbeitet – gibt sich als Rekrutin aus, um die Gruppe zu zersplittern. Inspiriert von einem realen FBI-Fall mit einem Umweltaktivisten, erklärte Kushner: „Welche Art von Person wird Agent Provocateur? Wer ist diese Art von Frau und wie denkt sie?“ nnEin weiterer Schlüsselfigur ist Bruno Lacombe, ein zurückgezogener französischer Philosoph, der in einer Höhle lebt und lose von Jacques Camatte inspiriert ist. Er mailt der Gruppe und sinniert über prähistorisches Leben und menschliches Aussterben. Kushner nannte ihn „das Herz des Buches, seinen präsidierenden Geist“, und hob seine Eröffnungszeile über Neandertaler und Depression hervor, um Humor einzuführen. nnThemen sind Loyalität, staatliche und korporative Kontrolle, das Gleichgewicht zwischen Gemeinschaft und Unabhängigkeit sowie Klimawandel aus philosophischer und politischer Sicht. Kushner betonte Brunos Ansicht, dass „wir auf Aussterben zustechen, gefangen in einem glänzenden, fahrerlosen Auto“. Sie beleuchtete auch Sadies Entwicklung von Gewissenlosigkeit zu einer Form von Unschuld und ihr Interesse an kleinen Gemeinschaften: „Viele der interessantesten Formen von Intelligenz sind kollektiv.“ nnKushner erhielt den Prix Medicis und den Der Spiegel Buchpreis Deutschlands, ihre Bücher sind in 29 Sprachen übersetzt. Sie betonte, dass Protagonistinnen in ihren Romanen „das erste und das letzte Wort haben“.