DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat die Diskussion über einen Boykott der Fußball-WM in den USA aufgrund der Politik von Donald Trump als „sinnlos“ bezeichnet. Bei einer Konferenz in Berlin betonte er, dass ein solcher Boykott den Athleten schade und nichts bringe. Völler beruft sich auf vergangene Erfahrungen mit Olympiaboykotten.
In Berlin äußerte sich Rudi Völler, Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), klar zur Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 in den USA. Bei der dpa-Chefredaktionskonferenz sagte der 65-jährige Weltmeister von 1990: „Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten.“
Völler, der als junger Profi die politisch motivierten Boykotte der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles miterlebt hatte, erklärte: „Ich war schon immer gegen einen Boykott, weil es halt nichts bringt.“ Die Diskussion war unter anderem durch Oke Göttlich, Chef des FC St. Pauli, angestoßen. Göttlich betonte: „Man kann ja ein Thema nicht totschweigen. Der Fußball funktioniert nicht im Reagenzglas der gesellschaftlichen Themen.“
Hintergrund bilden Konflikte wie die US-Ansprüche auf Grönland unter Präsident Trump, die Spannungen mit NATO-Staaten auslösten, sowie das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Völler möchte, dass politische Themen die WM-Reise nicht überschatten. „Wir sind vor Ort, um Fußball spielen“, sagte er. Er plädiert für freie Meinungsäußerung, aber mit Timing: „Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel.“
Die Debatte erinnert an Kontroversen während der WM in Katar um die Regenbogen-Kapitänsbinde, die Völler nicht wiederholen möchte.