Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, hat in einem Interview mit der „Bild“ eine AfD-Regierung als seinen größten Alptraum bezeichnet und würde unter Umständen Deutschland verlassen. Er lobt den Bundeskanzler Friedrich Merz für die Verbesserung des internationalen Images Deutschlands und kritisiert die Vorgängerregierung sowie die Gewerkschaft Verdi.
Uli Hoeneß, der 74-jährige Ehrenpräsident des FC Bayern München, äußerte in dem zweiten Teil eines Interviews mit der „Bild“ scharfe politische Ansichten. Auf die Frage, ob eine AfD-Regierung sein größter Alptraum sei, antwortete er: „Ja. Wir haben seit fast 50 Jahren eine Wohnung in der Schweiz - das wäre für unsere Familie gegebenenfalls eine Alternative.“
Hoeneß lobte den aktuellen Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU. Er habe die „katastrophale Außendarstellung Deutschlands der letzten vier Jahre zu drehen“ geschafft, sodass Deutschland wieder als Führungskraft in Europa auftrete und Verantwortung zeige. Dies unterstrich Merz mit seiner „beeindruckenden Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz“. Hoeneß betonte auch, es sei gut, dass nun Merz und nicht mehr Olaf Scholz neben Donald Trump und JD Vance im Weißen Haus sitze.
Kritik übte Hoeneß an der Vorgängerregierung aus, insbesondere an der ehemaligen Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen. Bezüglich Forderungen nach einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko sagte er: „Das ist für mich symbolpolitischer Blödsinn“. Er warf Baerbock vor, den Sport in unlösbare Probleme hineinzuziehen, wie schon bei Katar. Baerbock hatte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos zu n-tv gesagt: „Es ist egal, ob es um internationale Politik, um Wirtschaft oder um Sport geht. Wenn man nicht eine Grundform von Regeln hat, an die sich alle halten, dann funktioniert einfach eine Fußball-Weltmeisterschaft nicht.“ Später lehnte sie einen Boykott jedoch ab: „Das würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind.“ Sie halte nichts davon, „notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportler auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben“.
Zudem kritisierte Hoeneß die Gewerkschaft Verdi für die Forderung, die Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden zu reduzieren. Nach der Einigung im Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst finde er höhere Löhne okay, aber: „Die Lösung für Deutschland ist doch nicht, weniger zu arbeiten - sondern mehr!“ Er betonte: „Es stehe außer Frage, dass wir Deutschen wieder mehr arbeiten müssen“.