18-Jähriger angeklagt wegen Planung eines Terroranschlags auf Kultur-Festival

Ein 18-jähriger Mann steht vor Gericht wegen der Planung eines Terroranschlags auf Stockholms Kulturfestivalen. Er entdeckte das Event über ChatGPT und bereitete sich vor, indem er Zutaten für Sprengstoffe kaufte und Treueeid-Videos für den IS aufnahm. Die Polizei vereitelte den Plan durch eine Undercover-Operation.

Der 18-jährige Mann, der als selbst radikalisierter mit gewalttätigen islamistischen Sympathien beschrieben wird, lebte im Herbst 2024 in einem HVB-Heim in Schonen. Dort hängte er eine Al-Qaida-Flagge in seinem Zimmer auf und suchte nach Zugehörigkeit, so das Personal. Seine Pläne für einen Terroranschlag nahmen im Herbst und Winter Gestalt an.

Ende Januar schickte er Screenshots von Stockholms Kulturfestivalen an einen Kontakt, den er über ChatGPT gefunden hatte. Das jährliche Event im Kungsträdgården erschien ideal: «Ich habe dieses Kultur-Festival gefunden. Sie machen es jedes Jahr in Stockholm. Im Juni. Letztes Jahr kamen fast zwei Millionen», schrieb er. Aftonbladet berichtet, das Festival sei für August geplant gewesen, während SVT Juni angibt – eine Diskrepanz in den Quellen. Er fügte hinzu: «Hehehe wir werden ihnen großen Kummer bereiten» und «Wir werden ein Thema für die ganze Welt».

Der 18-Jährige phantasierte in Chats über den Anschlag: «Stell dir vor, plötzlich regnen Granaten auf sie herab. Sie sind betrunken und tanzen. Plötzlich bum bum bum». Er nahm ein Märtyrer-Video auf und leistete mehrmals den Treueeid an den Islamischen Staat. Im Januar kaufte er eine Kamera, um den Anschlag zu filmen, Zutaten für Sprengstoffe und schaute Anleitungs-Videos zu Bombenbau und «wie man Ungläubige schlachtet». Ein Versuch, eine kugelsichere Weste zu kaufen, scheiterte an Kreditproblemen.

Die Polizei startete eine Undercover-Operation, in der ein Undercover-Agent als IS-Sympathisant posierte. Im Februar reiste der 18-Jährige nach Stockholm, erkundete mit dem Undercover-Agenten den Kungsträdgården und wurde kurz darauf von der Nationalen Einsatztruppe festgenommen. Die Festnahme verlief ruhig, und er schwieg während des Transports. Als er erfuhr, dass sein «Freund» Polizist war, lachte er und sagte: «Ihr kennt schon die Antworten». Er bestreitet die Anklagen und behauptet, alles vergessen zu haben.

Staatsanwalt Carl Mellberg erklärte auf einer Pressekonferenz: «Es gab eine klare Absicht, einen Anschlag zu begehen, einen Anschlag mit so viel Schaden für Menschenleben wie möglich». Säpo bestätigt, dass sie einen Anschlag vereitelt haben. Der Mann wird wegen Vorbereitung einer TerrorTat, Verstoßes gegen Sprengstoffgesetze und Terrorausbildung angeklagt. Der Prozess beginnt am 11. November.

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