Mobilfunkbetreiber erwiesen sich als die Hauptnutznießer des Mobile World Congress in Shanghai, wo sie die Möglichkeit erhielten, für vor Jahren versprochene 5G-Funktionen Aufpreise zu verlangen. Die Diskussionen hoben Network-Slicing-Tests von Betreibern wie Bharti Airtel und China Mobile hervor. Diese Entwicklungen werfen Fragen zum gleichberechtigten Internetzugang auf.
Vivek Badrinath, Generaldirektor der GSMA, beschrieb den Wandel während der Eröffnungsreden. „Die nächste Welle dreht sich darum, intelligente physische Systeme zu unterstützen, die in großem Maßstab in der realen Welt agieren. 5G ermöglicht es uns, KI-gestützte Funktionen einzuführen, mit denen Netzwerke in Echtzeit erfassen, vorhersagen und optimieren können“, sagte er.
Ein Vertreter von Huawei wies darauf hin, dass das obere 6-GHz-Spektrum nun Spitzenraten von 11 Gbit/s liefert. Das Unternehmen verwies auf einen Halbmarathon mit humanoiden Robotern im April in Peking, bei dem Roboter dedizierte Netzwerk-Slices nutzten, ohne andere Nutzer zu beeinträchtigen.
Bharti Airtel hat kürzlich seinen „Priority Postpaid“-Dienst in Indien gestartet, bei dem Slices für Premiumkunden reserviert werden. Gruppen für digitale Rechte warnten, dass solche Praktiken ein Zwei-Klassen-Internet schaffen, während Betreiber diese als nutzerklassenbezogen und nicht als inhaltsbezogen neutral bezeichneten.
In Südafrika fehlen strenge Regeln zur Netzneutralität, die eine einheitliche Servicequalität garantieren würden.