Andris Nelsons verlässt Boston Symphony Orchestra 2027

Die Boston Symphony Orchestra hat angekündigt, dass Musikdirektor Andris Nelsons seine Position am Ende der Saison 2026-27 verlassen wird. Der Vorstand nannte als Grund für die Nichtverlängerung seines Vertrags eine fehlende Übereinstimmung bezüglich der langfristigen Vision. Nelsons äußerte Überraschung über die Entscheidung, versprach aber, weiterhin Auftritte auf höchstem Niveau mit dem Ensemble zu geben.

Die Boston Symphony Orchestra (BSO) gab am 7. März 2026 bekannt, dass Andris Nelsons nach der Saison 2026-27 als Musikdirektor zurücktritt und damit eine 13-jährige Amtszeit beendet. Der Vorstand der BSO und CEO Chad Smith erklärten in einer offiziellen Mitteilung: „Die Entscheidung, seinen Vertrag nicht zu verlängern, wurde vom Vorstand der BSO getroffen, weil – abgesehen von unserem gemeinsamen Wunsch, dass unser Orchester weiterhin auf höchstem Niveau auftritt – die BSO und Andris Nelsons in der zukünftigen Vision nicht übereinstimmten.“ Nelsons, ein 47-jähriger Fünf-facher Grammy-Gewinner, antwortete in einem Brief an die Musiker und Mitarbeiter der BSO, der über seine Agentur veröffentlicht wurde: „Obwohl dies nicht die Entscheidung ist, die ich erwartet oder gewollt habe, bin ich unerschütterlich zu euch und unserer gemeinsamen Arbeit engagiert.“ Er fügte hinzu: „Ich verstehe, dass die Entscheidung nicht mit künstlerischen Standards, Aufführungen oder Erfolgen während meiner Amtszeit in Verbindung steht, und daher ist mein Fokus klar: die Musik zu schützen, die Stabilität des Orchesters zu unterstützen und weiterhin mit den Musikern der BSO auf höchstem künstlerischem Niveau aufzutreten.“ Zum Zeitpunkt der Ankündigung dirigierte Nelsons die Wiener Philharmoniker auf einer US-Tour, einschließlich eines Konzerts am Abend in Naples, Florida. Nelsons trat erstmals im März 2011 mit der BSO in der Carnegie Hall in New York auf und sprang für James Levine ein, der aufgrund gesundheitlicher Probleme als Musikdirektor am Ende der Saison 2010-11 ausschied. Er wurde im Mai 2013 offiziell zum Musikdirektor ernannt mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ab der Saison 2014-15. Weitere Verlängerungen gab es 2015 und 2020, gefolgt von einem evergreen rollenden Vertrag, der im Januar 2024 angekündigt wurde. In diesem Jahr erhielt er zudem den Titel „Head of Conducting“ in Tanglewood, dem Sommerdomizil der BSO. Die jüngste Verlängerung erfolgte kurz nachdem Chad Smith, zuvor bei der Los Angeles Philharmonic, zum Chefexekutiven der BSO wurde. Neben Boston war Nelsons von 2008 bis 2009 Musikdirektor des City of Birmingham Symphony Orchestra und ist seit der Saison 2017-18 Chefdirigent des Gewandhausorchesters Leipzig. Privat heiratete er 2011 die Sopranistin Kristine Opolais; die Ehe wurde 2018 geschieden. Dieser Abschied schafft bei der BSO die dritte Führungsvakanz unter den großen US-Orchestern. Gustavo Dudamel verlässt diesen Sommer nach 17 Saisons die Los Angeles Philharmonic, um die New York Philharmonic zu leiten, während Franz Welser-Möst das Cleveland Orchestra am Ende der Saison 2026-27 nach 25 Jahren verlassen wird. Klaus Mäkelä hingegen übernimmt die Chicago Symphony Orchestra in der Saison 2027-28 und startet parallel als Chefdirigent des Royal Concertgebouw Orchestra in den Niederlanden.

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