Atalanta sicherte sich den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale mit einem dramatischen Elfmeter in der Nachspielzeit und ist das einzige Serie-A-Team, das weiterkam. Juventus, Inter Mailand und Napoli sind ausgeschieden, was größere Sorgen für den italienischen Fußball aufzeigt. Probleme mit Tempo, Investitionen und Jugendentwicklung stehen im Fokus.
Atalanta holte sich einen packenden Sieg, um in die K.o.-Runde der Champions League einzuziehen, dank eines Elfmeters in der 98. Minute von Lazar Samardzic. Damit ist sie der einzige Vertreter Italiens, nachdem andere große Serie-A-Clubs ausschieden. Juventus unterlag im Gesamtergebnis 7:5 gegen Galatasaray, trotz Verlängerung mit zehn Mann nach der Roten Karte für Lloyd Kelly. Inter Mailand, Tabellenführer der Serie A mit zehn Punkten Vorsprung, wurde klar von Bodo/Glimt besiegt, einem Team in der Vorbereitung und Debütant in der K.o.-Phase des Wettbewerbs. Napoli, amtierender Serie-A-Meister, schied bereits in der Ligaphase aus, während AC Milan diese Saison gar nicht in Europa antrat. In der Europa League sind Bologna und Roma noch dabei, Fiorentina liegt aber auf Platz 15 in der Conference League und muss in den Play-offs gegen Jagiellonia Bialystok. Die italienische Nationalmannschaft droht auch ein WM-Play-off, was den dritten WM-Verzicht bedeuten könnte – nach vier Titeln. Ex-Trainer Fabio Capello führte die Probleme auf das langsame Tempo der Serie A zurück. „Italienische Teams spielen langsam“, sagte er Sky in Italien. „Gegen Teams, die rennen und pressen, fehlt es an Qualität, sie sind Tempo nicht gewohnt und machen Fehler.“ Daten stützen das: Die Serie A hat die zweitniedrigste Direktgeschwindigkeit unter Europas Top-5-Ligen, nur hinter Ligue 1, die kein Team in den Top 8 der Champions League hatte. Im Gegensatz dazu stieg die Premier-League-Geschwindigkeit, was Englands sechs Teams half, sicher weiterzukommen. Investitionen hinken nach. Der teuerste italienische Transfer letztes Sommer war Christopher Nkunkus Wechsel von Chelsea zum AC Milan für 36 Mio. Pfund. Bekannte Neuzugänge waren Freitransfers wie Kevin De Bruyne, Luka Modric und Jamie Vardy. U21-Minuten in der Serie A lagen 2025 bei 1,9 Prozent, zweitniedrigste weltweit. Italien exportierte 2020–2025 413 Fußballer, Platz 24 global. Taktische Stagnation hält an, Trainer wie Max Allegri, Maurizio Sarri, Luciano Spalletti und Antonio Conte wechseln sich bei Top-Clubs ab. Ausnahmen sind Cesc Fabregas bei Como und Carlos Cuesta bei Parma mit externen Einflüssen. Infrastrukturprobleme verschärfen das; kein italienischer Club in Deloittes Top 10 reichster europäischer Teams, Stadien wie San Siro hinken modernen Arenen hinterher.