Essayist Luiz Felipe Pondé argumentiert, dass ideologische Korruption das politische und intellektuelle Leben in Brasilien zerstört hat, mit einer autoritären Linken und einer unfähigen Rechten. Er nennt die COP30 als Beispiel für institutionelle Leichtfertigkeit unter der Lula-Regierung. Pondé warnt vor Risiken für die Unabhängigkeit des STF, falls Lula 2026 wiedergewählt wird.
In einer Kolumne, die am 30. November 2025 in der Folha de S.Paulo erschien, beschreibt der Schriftsteller und Philosoph Luiz Felipe Pondé, Promovierter der USP und Autor von Werken wie ‚Notes on Hope and Despair‘, die politische Landschaft Brasiliens als polarisiertes Drama. ‚Wir erleben in Brasilien ein Drama in zwei Polen. Die Linke ist autoritär, die Rechte unfähig‘, schreibt er und weist auf kognitive und moralische Blindheit in der ideologischen Linken hin, die Macht über die Realität stellt, sowie auf Inkompetenz in der bolsonaristischen Rechten, die dem emotionalen Erpressungsdruck der Bolsonaro-Familie nicht entkommen kann.
Pondé kritisiert die Verwendung religiöser Vokabeln durch den Bolsonarismus, die Alternativen zur PT demütigen, und vergleicht die Mythisierung Bolsonaros mit der Darstellung Lulas als Gandhi oder Mandela. Er hebt die COP30 in Belém als Symbol eines führungslosen Landes hervor: ‚viel Prahlerei, keine Infrastruktur, viel PT-Propaganda, Kiloweise Leichtfertigkeit.‘ Das Ereignis litt unter Bränden, Wasserknappheit in den Toiletten und einem Zusammenstoß mit der deutschen Kanzlerin, die Organisationsmängel aufdeckte, so der Kolumnist. Pondé wirft der Presse Komplizenschaft mit Lula vor und stellt fest, dass ‚der brasilianische Staat sein Volk verachtet und es sehr schlecht versorgt‘.
Bezüglich institutioneller Strukturen hinterfragt er die unbegrenzte Wiederwahl und prognostiziert, dass ein vierter Lula-Termin 2026 die Ernennung dreier STF-Richter ermöglichen würde – für die Sitze von Carmen Lúcia, Gilmar Mendes und Luiz Fux –, was neun von elf Mitgliedern PT-nah bedeuten würde. ‚Die ideologische Bruderschaft hat das nationale politische Leben und den öffentlichen Intellektualismus zerstört‘, schließt er. Pondé hält COPs für nutzlos, ohne echte Souveränität, und Brasilien für ein System erblicher Kapitanien, wobei die Bolsonaro-Familie ungern die Macht abgibt.