Der Schwedische Autorenverband begrüßt Spotifys Eintritt in den schwedischen Hörbuchmarkt, warnt jedoch vor einem nicht nachhaltigen Tantiemenmodell für Autoren. Verlage sehen den Start positiv trotz gesteigerter Konkurrenz. Vorsitzende Anja Gatu zieht Lehren aus dem Musik-Streaming.
Spotify fordert nun die Dominanz von Storytel und BookBeat auf dem schwedischen Hörbuchmarkt heraus, eine Entwicklung, die vom Schwedischen Autorenverband begrüßt wird. Der Verband übt jedoch scharfe Kritik an der Wahl des Tantiemenmodells des Unternehmens, das als lange kritisiert und nicht nachhaltig beschrieben wird. Vorsitzende Anja Gatu äußert Bedenken hinsichtlich der Tantiemensätze: Wir haben gesehen, wie die Streaming-Ökonomie in anderen Bereichen funktioniert hat. Es sind die Tech-Unternehmen, die davon profitiert haben, nicht die Inhaltsschaffer. Sie stellt fest, dass Musiker nicht von Spotifys Musikexpansion profitiert haben und dass das Unternehmen noch keine Details zu Hörbuch-Tantiemen offengelegt hat.
Bei Storytel kostet unbegrenzter Zugang zur Literatur 229 Kronen pro Monat, und Gatu warnt, dass Preisdruck die Autoren treffen wird: Bei Storytel bekommt man Zugang zu aller Literatur für 229 Kr im Monat, und dann versteht man, dass jemand dafür zahlen muss, um es so günstig zu halten, und das sind die Autoren. Der Verband wünscht sich Wettbewerb unter Bedingungen jenseits reiner Preissenkungen.
Verlage sind optimistischer. Håkan Rudels, CEO von Bonnier Books, sieht den Start als etwas schweißtreibend für ihren Streaming-Dienst BookBeat, aber positiv für Verlage und Autoren: Es sind zwei Gedanken zugleich. Einerseits etwas schweißtreibend für unsere Streaming-Operationen. Andererseits sehr positiv für unsere Verlage und Autoren. Er betont die Wichtigkeit, das Vertrauen der Autoren täglich zu gewinnen.
Storytels kommerzieller Direktor Claus Wamsler-Nielsen hofft, dass Spotify den Markt wachsen lässt, wie in den Niederlanden, wo der Start vor einem Jahr zu einem der besten Jahre für Storytel führte. Wir hatten tatsächlich eines unserer besten Jahre in den Niederlanden bei Storytel, sagt er. Die Auswirkungen werden innerhalb von drei Monaten klar werden. Helena Gustafsson, Content-Direktorin bei Storytel, betont, dass es wichtig für Autoren ist, ihr Publikum über alle Plattformen zu erreichen. Die Frage, ob Platz für weitere Dienste wie Nextory besteht, bleibt eine spannende Herausforderung in Schweden und Finnland.