Die kenianische Regierung hat die Flüchtlingslager Dadaab und Kakuma offiziell in Gemeinden umgewandelt und damit nach über drei Jahrzehnten ihrem provisorischen Status ein Ende gesetzt. Innenminister Kipchumba Murkomen gab die Entwicklung am 27. November 2025 bei einem IGAD-Ministertreffen in Nairobi bekannt. Die Änderung unterstützt die Ziele des Shirika-Plans für die Integration von Flüchtlingen und verbesserte Dienstleistungen.
Die Erklärung von Dadaab und Kakuma zu Gemeinden stellt einen großen Schritt in Kenias Ansatz zur Aufnahme von Flüchtlingen dar. Innenminister Kipchumba Murkomen bestätigte die Statusänderung am Donnerstag, den 27. November 2025, beim dritten Ministertreffen zur Bestandsaufnahme der IGAD-Unterstützungsplattform in Nairobi. Dieses Treffen bewertete den Fortschritt der Nairobi-Deklaration zu Flüchtlingen und Vertriebenen.
Murkomen hob Fortschritte im Rahmen des Shirika-Plans hervor, der von Präsident William Ruto am 25. März 2025 eingeführt wurde und geschätzte Kosten von 140 Milliarden KSh umfasst. Die Finanzierung kommt hauptsächlich von der Weltbank, der EU, Deutschland, Dänemark und den USA. Der Plan zielt darauf ab, Flüchtlinge und Gastgemeinschaften in nationale Systeme zu integrieren und Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Lebensgrundlagen über staatliche Kanäle auf nationaler und Bezirksstufe bereitzustellen.
Laut UNHCR-Daten vom Oktober 2025 beherbergt Kenia 843.907 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende, darunter 420.674 in Dadaab und 302.372 in Kakuma und Kalobeyei. Der neue Gemeindestatus ebnet den Weg für Infrastrukturverbesserungen, die beiden Gruppen zugutekommen.
Sofortmaßnahmen umfassen die Ausstellung von Arbeitserlaubnissen der Klasse M für Flüchtlinge, die Abschaffung von Bewegungsgennemitlungen, die sie auf die Lager beschränkten, und die Einschulung Tausender Flüchtlingskinder in öffentliche Schulen in den Countys Garissa und Turkana. Gesundheits- und Bildungsdienste werden vom UNHCR an die County-Regierungen übergeben, mit vollständiger Übergabe bis Dezember 2027.
Lokale Führer haben ihre Unterstützung bekundet, aber Prioritäten für Gastgemeinschaften betont. Im Juli 2025 erklärte der Gouverneur von Turkana, Jeremiah Lomorukai, dass Stellen im Rahmen von Shirika zuerst an die Jugend von Turkana gehen müssten. Beamte in Garissa äußerten Bedenken hinsichtlich Wasser- und Weideflächen.
Das IGAD-Treffen billigte zudem eine regionale Lösungsstrategie für sudanesische und südsudanesische Vertriebene und bekräftigte Verpflichtungen zu sicheren, freiwilligen Rückkehren und Reintegration.