Der Film 'One Life', verfügbar auf HBO Max, erzählt die wahre Geschichte von Nicholas Winton, einem jungen Briten, der 1938 die Rettung von über 600 Kindern aus dem von Nazis besetzten Tschechoslowakei organisierte. Trotz des Erfolgs trug Winton die Schuld über den letzten Zug, der abgefangen wurde und keine Überlebenden hatte. Die Produktion mit Anthony Hopkins hebt den individuellen Mut inmitten internationaler Gleichgültigkeit hervor.
Im Jahr 1938, als Europa am Rande des Zweiten Weltkriegs stand und die nazistische Besatzung in das Sudetenland und die Tschechoslowakei vordrang, beschloss Nicholas Winton, damals 29 Jahre alt und Börsenmakler in London, zu handeln. Bei Besuchen in Flüchtlingslagern in der Tschechoslowakei war er schockiert über die Verletzlichkeit jüdischer und anderer Minderheitenkinder unter Bedingungen, die nazistische Gräuel vorwegnahmen.
Ohne diplomatische Erfahrung richtete Winton mit Freunden und lokalen Organisationen eine geheime Operation ein. Er besorgte improvisierte Visa, sammelte Spenden, fand Pflegefamilien in Großbritannien und sicherte Zugtickets. Die Kinder reisten per Zug durch das nationalsozialistische Deutschland nach London, in einem später als 'Kindertransport' bekannten Einsatz, der über 600 Leben rettete.
Der Film 'One Life: The Story of Nicholas Winton', unter der Regie von James Hawes und mit einer Laufzeit von 1h50min, verwandelt diese Reise in Drama, mit Anthony Hopkins als älterem Winton, Helena Bonham Carter und Johnny Flynn als jungem Winton. Auf HBO Max verfügbar, bleibt die Produktion den wesentlichen Fakten treu.
Doch ein tragisches Ereignis verfolgte Winton ein Leben lang: Der letzte Zug mit Hunderten von Kindern wurde von nazistischen Soldaten am Prager Bahnhof abgefangen. Niemand überlebte. Winton (1909-2015), der 106 Jahre alt wurde, erhielt Auszeichnungen und traf überlebende Erwachsene, bestand aber darauf, er habe 'nicht genug getan'. Für die Geretteten war die Dankbarkeit absolut.
Die Geschichte unterstreicht Wintons humanitären Antrieb, frei von Ideologie, im Kontrast zur Lähmung der Regierungen gegenüber dem Vormarsch Adolf Hitlers. Es gibt keinen absoluten Triumph; der Film zeigt Güte an ihren Grenzen und anhaltende Schuld im Krieg.