Die philippinische Regierung hat eine Interpol-Rotfahndung für den ehemaligen Präsidialsprecher Harry Roque beantragt wegen Vorwürfen qualifizierter Menschenhandels im Zusammenhang mit einer POGO-Operation. Der Antrag zielt auf Roques mutmaßliche Beteiligung an der Lucky South 99-Einrichtung ab, die letztes Jahr durchsucht wurde. Roque, der sich derzeit im Ausland aufhält, bestreitet jede Verbindung zum Unternehmen.
Die Präsidiale Kommission zur Bekämpfung organisierter Kriminalität (PAOCC) bestätigte am 23. November 2025, dass sie eine Rotfahndung bei Interpol für Harry Roque, den ehemaligen Sprecher unter Präsident Rodrigo Duterte, angefordert hat. Winston Casio, Sprecher der PAOCC, teilte dieses Update per Viber-Nachricht an Philstar.com mit und erläuterte in einem Interview bei DZBB, dass die Fahndung Vorwürfe qualifizierter Menschenhandels betrifft.
Eine Interpol-Rotfahndung alarmiert Strafverfolgungsbehörden in Mitgliedsländern, um Personen zu lokalisieren und vorläufig festzunehmen zu Auslieferungszwecken, stellt jedoch keinen internationalen Haftbefehl dar. Das Datum der Einreichung des Antrags ist unbestätigt, weitere Details stehen aus.
Diese Entwicklung geht auf Haftbefehle zurück, die am 15. Mai 2025 vom Regionalen Gerichtshof von Angeles City, Zweig 118, gegen 50 Personen, darunter Roque und Cassandra Ong von Lucky South 99, erlassen wurden. Der POGO-Standort wurde am 5. Juni 2024 bei Verdacht auf Menschenhandel durchsucht. Staatsanwälte werfen Roque eine zentrale Rolle bei der Erlangung der Betriebslizenz der Einrichtung und als Leiter der Rechtsabteilung bei einer gescheiterten Neubeantragung bei der Philippine Amusement and Gaming Corporation vor.
Roque weist diese Vorwürfe zurück und gibt an, nie als Rechtsberater für illegale POGOs oder für Lucky South 99 tätig gewesen zu sein. Er verließ die Philippinen am 3. Dezember 2024 und hat sich noch nicht zum Antrag auf Rotfahndung geäußert. Die Behörden verfolgen den Fall weiter im Rahmen breiterer Maßnahmen gegen illegale POGO-Aktivitäten.