Kameramann Greig Fraser beschrieb die Herausforderungen bei der Beleuchtung einer zentralen Tunnelszene im kommenden Film Project Hail Mary und bezeichnete sie als sein bisher anspruchsvollstes Projekt. In der Szene geht der von Ryan Gosling gespielte Charakter Ryland Grace 70 Fuß weit durch einen aus Xenonit gefertigten Tunnel, um zum ersten Mal auf den Außerirdischen Rocky zu treffen. Fraser erläuterte seine innovativen Techniken gegenüber Variety aus London.
Greig Fraser, bekannt für seine Arbeit an The Batman, Dune und Rogue One, sprach über die Schaffung eines realistischen Sonnenlichteffekts im Inneren des 70 Fuß langen Tunnels. Der aus dem fiktiven Material Xenonit konstruierte Tunnel musste Licht durchlassen und gleichzeitig am Eingang ein Gefühl von Geheimnis und Unheimlichkeit bewahren. Inspiriert von Aufnahmen von Tiefseetauchbooten baute Frasers Team Vorrichtungen mit zahlreichen alten Wolframleuchten, die pixelgenau zugeordnet wurden, um eine rotierende Sonne zu simulieren. Sie konnten nicht genügend LEDs für den Effekt verwenden, daher verließen sie sich auf diese traditionellen Lichtquellen, sagte Fraser in einem Interview mit Variety, das via Zoom aus London geführt wurde, wo er derzeit Sam Mendes' Beatles-Biopic-Filme dreht. Fraser integrierte zudem einen online erworbenen Regenbogenfilter, um mehrfarbige Lichtreflexe zu erzeugen, die zu einem wiederkehrenden Motiv wurden. Für den Breitbild-Look drehte die Produktion mit einer Alexa 65-Kamera und stauchte die Linsen vertikal, um die Reflexe nach oben zu lenken. Diese Entscheidung entsprach dem Wunsch der Regisseure Phil Lord und Chris Miller nach einer analogen Patina, die an Filme der 1970er und 1980er Jahre wie Solaris, Alien und 2001: Odyssee im Weltraum erinnert. Eine enge Zusammenarbeit mit Produktionsdesigner Charles Wood stellte sicher, dass die Innenausstattung des Tunnels genau das richtige Maß an Lichtdurchlässigkeit ermöglichte, ohne transparent oder plastikartig zu wirken. Die Beleuchtung des außerirdischen Rocky erwies sich als besonders schwierig, da dafür eine gesichtslose, felsartige Marionette von vorne beleuchtet werden musste, die ihre Emotionen allein durch Bewegung ausdrückte. 'Es war nicht nur eine Herausforderung. Es war eine Herausforderung auf die Herausforderung', sagte Fraser. Der Film, der auf dem Roman von Andy Weir basiert, zeigt Gosling als Lehrer, der in eine interstellare Mission zur Rettung der Erde geschickt wird und sich mit wärmeren Orangetönen von den typischen, kühlen Weltraum-Optiken abhebt.