Mihály Víg gewährte im Rahmen einer Masterclass auf dem 28. Shanghai International Film Festival Einblicke in seine kreative Zusammenarbeit mit dem Regisseur Béla Tarr.
Die Veranstaltung folgte auf eine Vorführung von „Das Turiner Pferd“. Víg, der seit 1984 mit Tarr zusammenarbeitet, beschrieb ihr erstes gemeinsames Projekt „Almanac of Fall“. Er merkte an, dass er die Musik komponiert, bevor die Dreharbeiten beginnen, wobei er sich vom Drehbuch und einem allgemeinen emotionalen Eindruck leiten lässt.
Víg führte die reibungslosen Überarbeitungen auf die geteilten philosophischen Ansichten mit Tarr und dem Drehbuchautor László Krasznahorkai zurück. Er hob die Bedeutung von Klangelementen wie Regen in „Sátántangó“ und Wind in „Das Turiner Pferd“ hervor. Víg erinnerte auch an seine Schauspielrolle in „Sátántangó“ und verteidigte Tarrs ruhiges Temperament am Set.
Der Komponist nannte „Damnation“ und „Das Turiner Pferd“ als seine bevorzugten Filmmusiken. Dem Publikum riet er mit Blick auf „Sátántangó“, den Film über die erste Stunde hinaus zu verfolgen. Víg schloss mit einem Satz, der Tarr zugeschrieben wird: „Das Leben ist ein Geschenk, und es wäre unhöflich, dieses Geschenk abzulehnen.“