Der italienische Tennis- und Padelverband hat die Rechte an einem derzeit in Brüssel ausgetragenen ATP-250-Turnier erworben, mit dem Ziel, dieses ab Juni 2028 als Rasenturnier neu zu positionieren. Verbandspräsident Angelo Binaghi bestätigte den Schritt, der Italiens Präsenz in der Vorbereitungsphase auf Wimbledon stärken soll. Die Entscheidung folgt auf den historischen Wimbledon-Sieg von Jannik Sinner im Jahr 2025.
Jannik Sinners Triumph in Wimbledon im Juli 2025, als er durch einen Sieg gegen Carlos Alcaraz als erster Italiener den Titel gewann, hat die Ambitionen des italienischen Tennis beflügelt. Der italienische Tennis- und Padelverband gab bekannt, die Rechte an dem bisher im Oktober in Brüssel ausgetragenen ATP-250-Hartplatzturnier in der Halle gesichert zu haben. Ab 2028 wird das Turnier in den Juni verlegt und auf Rasen ausgetragen, wodurch es sich neben den Events in Stuttgart, 's-Hertogenbosch, Mallorca und Eastbourne in die Vorbereitung auf Wimbledon einreiht. Die ersten Austragungen könnten entweder nach den French Open oder vor den großen Rasenturnieren stattfinden. Binaghi erklärte am Dienstag: „Es bleibt noch Zeit, um über den Austragungsort zu entscheiden. Aus klimatischen Gründen wird es wahrscheinlich in Norditalien stattfinden.“ Er verwies auf innovative Spielstätten wie die Nutzung des Estadio Santiago Bernabéu durch die Madrid Open und brachte das San Siro in Mailand als Möglichkeit ins Spiel. Die Vereinbarung umfasst eine Investition von rund 24 Millionen US-Dollar, wovon etwa 10 Prozent an die ATP gehen. Italien richtet bereits die Italian Open, bis 2030 die ATP Finals in Turin und bis 2027 die Davis-Cup-Finals aus. Der Tennissport im Land ist mit 16,9 Millionen Fans, 1,25 Millionen Verbandsmitgliedern, einer jährlichen wirtschaftlichen Wertschöpfung von 1,41 Milliarden US-Dollar und der Sicherung von fast 57.000 Arbeitsplätzen erheblich gewachsen. Die Verbandsführung plant, das Turnier im Laufe der Zeit auf den Status eines ATP-500-Events hochzustufen und dabei an die Mailänder Tennistradition anzuknüpfen, zu der das Milan Indoor-Turnier, das 2001 von Roger Federer gewonnen wurde, sowie frühere Champions wie Björn Borg und John McEnroe gehören.