Das Plattenlabel von Jorja Smith, FAMM, hat einen KI-generierten Song verurteilt, der angeblich die Stimme der Sängerin geklont hat, und verfolgt Tantiemen. Der Track 'I Run' der britischen Band Haven ging auf TikTok viral, bevor er wegen Urheberrechtsbedenken von Streaming-Plattformen entfernt wurde. FAMM argumentiert, das Problem gehe über einen Künstler hinaus und fordert bessere Regulierungen für KI in der Musik.
Hintergrund des Streits
Die Kontroverse dreht sich um 'I Run', einen Track, den die britische Dance-Act Haven im Oktober veröffentlicht hat. Er gewann schnell an Popularität auf TikTok und schien auf dem Weg zum Chart-Erfolg in den USA und Großbritannien zu sein. Streaming-Dienste haben ihn jedoch zurückgezogen angesichts Vorwürfen der Urheberrechtsverletzung und Künstler-Imitation. FAMM, das die BRIT-Award-prämierte Sängerin Jorja Smith vertritt, wirft dem Song vor, Künstliche Intelligenz, trainiert auf ihrer Diskografie, zur Nachahmung ihrer Vocals verwendet zu haben.
Reaktion und Forderungen des Labels
FAMM fordert Entschädigung für die originale KI-Version und eine Neuauflage mit neuen Vocals. In einer Instagram-Erklärung betonte das Label die größeren Implikationen: „Das geht nicht nur um Jorja. Es ist größer als ein Künstler oder ein Song. Wir können nicht zulassen, dass das die neue Normalität wird.“ Sie heben den raschen Aufstieg von KI in der Musik hervor, der Regulierungen überholt, und fordern klare Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, um Hörer zu informieren.
Bei Erfolg beim Nachweis von KI-Beteiligung an Text und Melodie plant FAMM, Tantiemen pro-rata an Smiths Co-Autoren basierend auf ihren Beiträgen zu ihrem Katalog zu verteilen. Das Label sieht dies als Schutz der kreativen Arbeit hinter ihrer Musik.
Verteidigung der Schöpfer
Die Produzenten von Haven, Harrison Walker und Jacob Donaghue (Waypoint), geben zu, KI-Software Suno zur Veränderung von Vocals verwendet zu haben, beteuern aber, dass die Originalaufnahmen menschlich von Walker stammen. Walker sagte: „Als Songwriter und Produzent genieße ich neue Tools... alles, was wir wollen, ist tolle Musik für andere Menschen zu machen.“ Suno hat bestätigt, mit urheberrechtlich geschütztem Material unter Fair-Use-Bestimmungen für Forschung trainiert zu haben, es ist jedoch unklar, ob Smiths Songs speziell involviert waren.
Dieser Fall unterstreicht anhaltende Spannungen in der Musikindustrie bezüglich KI-Ethik und Künstlerrechten.