Die LGBTQ+-Dating-Serie 'The Boyfriend' hat Netflix' Erweiterung seines japanischen Unscripted-Angebots vorangetrieben. Ota Dai, Leiter der Abteilung, schreibt ihren globalen Reiz der Vermeidung konventioneller Reality-TV-Klischees zu. Neue und erneuerte Shows betonen authentische Teilnehmererfahrungen.
Netflix' japanische Unscripted-Programmierung hat nach dem Erfolg der LGBTQ+-Dating-Serie „The Boyfriend“ erhebliches Wachstum erlebt. Ota Dai, der die Unscripted-Abteilung des Streamers in Japan leitet, schreibt die internationale Resonanz der Show der bewussten Vermeidung typischer Reality-TV-Elemente wie spielartigen Strukturen oder übergreifenden Handlungssträngen zu. Stattdessen geht es darum, grundlegende Szenarien zu schaffen und die Teilnehmer natürlich zu beobachten. „Worauf ich am meisten achte, ist, keine großen spielartigen Elemente oder eine starke übergreifende Handlung einzubauen“, sagt Ota zu Variety. „Stattdessen versuche ich, nach der Bereitstellung eines grundlegenden Rahmens einfach die Teilnehmer zu beobachten, damit sie ihre Zeit dort so verbringen können, wie sie sind.“ Diese Philosophie prägt das erweiterte Programm, darunter die Verlängerung von „Badly In Love“, das Platz 8 in Netflix’ Global Top 10 Non-English Series erreichte und in Ländern wie Korea und Singapur für Aufsehen sorgte. Neue Titel umfassen „Final Draft“, Japans erste physische Survival-Serie, und „Offline Love“, bei der die Teilnehmer während des Datings auf Handys verzichten. Andere Shows wie „Badly In Love“, das die Yankii-Kultur erforscht, und Staffel 2 von „Love Village“ für 35- bis 60-Jährige, betonen vielschichtige Identitäten, ohne Teilnehmer zu stereotypen Etiketten zu reduzieren. „Sobald man Etiketten wie ‚der Witzfigur‘, ‚der Hoffnungslose‘ oder ‚der Liebesmeister‘ auf jemanden klebt, ist ihre Geschichte dort festgelegt“, erklärt Ota. Die Strategie passt zu Netflix’ Modell „Local for Local, then Global“, das kulturelle Spezifika für breitere Anziehungskraft erhält. „Es gibt keinen Grund, eine bestimmte Kultur oder Figur zu verwässern oder zu überbetonen, um eine globale Version zu schaffen“, sagt Ota. Für Staffel 2 von „The Boyfriend“ wurde die Zusammenlebenszeit auf zwei Monate in Hokkaido verdoppelt, um tiefere Beziehungsentwicklungen zu ermöglichen. Cast-Mitglied Bomi, 23, reflektierte: „Ich habe nur die helle Seite der Liebe gesehen... Liebe besteht nicht nur darin, einander zu lieben. Das allein reicht nicht, um die Beziehung aufrechtzuerhalten.“ Izaya, 32, notierte Lektionen in Kommunikation aus früheren Erfahrungen. Moderatoren wie Durian Lollobrigida fungieren als Zuschauer-Proxys. Die Produktion priorisiert mentale Gesundheitsunterstützung und das Wohlbefinden der Teilnehmer. Ota misst Erfolg am emotionalen Impact auf Zuschauer, nicht nur an Zahlen.