Der argentinische Regisseur Daniel Burman präsentiert seine neue Serie 'So Far, So Good' auf den Selects des Berlinale Series Market. Die Sechsteiler-Komödie beleuchtet die Midlife-Herausforderungen eines männlichen Protagonisten inmitten familiärer Anforderungen. Burman beschreibt sie als autobiografische Auseinandersetzung mit emotionalen Übergängen im Alter.
Daniel Burman, bekannt für die Regie von 'Lost Embrace' —das den Großen Preis der Jury in Berlin und den Preis für den besten Darsteller gewann— und die herausragende Berlinale-Serie 2022 'Iosi, the Regretful Spy', kehrt mit 'So Far, So Good' nach Berlin zurück. Die Serie, die von Burman erschaffen und mit Daniel Hendler inszeniert wurde, der für 'Lost Embrace' einen Silbernen Bären erhielt, hat Premiere auf den Selects des Berlinale Series Market diese Woche. Die Geschichte dreht sich um Ariel, einen 50-jährigen renommierten Comiczeichner, dargestellt von Benjamin Vicuña, der eine liebevolle Ehe und finanzielle Stabilität genießt, aber mit fünf Kindern aus drei Ehen, zwei Katzen und alternden Eltern jongliert. Im Eröffnungsfolge sucht Ariel inmitten des Familienchaos nach seinem Ladegerät und Vorhängeschloss, während Kinder laut Klavier spielen. Auf dem Weg zur Vorbereitung auf eine Vatikan-Auszeichnung versucht er nach einem Jahrzehnt ohne Fitnessstudio zu trainieren und erleidet eine Hernie, wobei seine Muskeln vom Arzt als 'Kobe-Fleisch, das kurz vor der Zerfalls' beschrieben werden. Burman betont die autobiografischen Elemente der Serie und kommt zu spät zu einem Variety-Interview wegen einer Kniebehandlung in einer Sauerstoffkammer vor der Reise nach Berlin. Er schildert Ariels Kämpfe als Teil einer Midlife-Krise, wobei er emotionale statt physische Belastungen hervorhebt. 'Es wird Fleisch', sagt Burman über Ariels Hernie, fügt aber hinzu, dass das Kernproblem existenziell ist: Eltern seiner eigenen Eltern zu werden, während er selbst den Verlust von Fürsorge spürt. Burman reflektiert über aktuelle Medientrends: 'In den letzten Jahren gab es eine sehr notwendige Bewegung von Filmen und Serien über Frauen mit weiblichen Charakteren. Das ist sehr wichtig. Es ist jedoch, als ob dies auf Kosten von Porträts der männlichen Realität gegangen wäre, obwohl beide Realitäten nebeneinander existieren.' Die Konflikte des Protagonisten vermeiden Gewalt oder Probleme mit Weiblichkeit und konzentrieren sich stattdessen auf familiäre Illusionen, verglichen mit Schmetterlings-Kaleidoskopen – optische Gruppierungen ohne echte Bindungen. Produziert von Argentiniens Oficina Burman und uruguayischen Cimarrón, beide unter The Mediapro Studio, entsteht die Serie für Flow, das die lateinamerikanischen Rechte hält, während The Mediapro Studio Distribution den Rest der Welt betreut. Burman nennt sie eine 'Andropausen-Komödie, erzählt mit viel Humor und Emotion', und hebt Themen hervor, was man zurücklässt als Quelle der Identität statt Konflikt.