Die 76. Internationale Filmfestspiele Berlinale haben mit einer emotionalen Rede von Michelle Yeoh eröffnet. Die Schauspielerin erhielt den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk und dachte an ihren verstorbenen Vater. Als Eröffnungsfilm lief außer Konkurrenz 'No Good Men' der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat.
Die Berlinale 2026 begann in Berlin mit der Verleihung des Goldenen Ehrenbären an Michelle Yeoh. Die 63-jährige malaysische Schauspielerin, bekannt für Filme wie 'Wicked' und 'Tiger and Dragon' sowie ihren Oscar 2023 für 'Everything Everywhere All at Once', hielt eine bewegende Rede. 'Bitte gestatten Sie mir diesen einen Moment', sagte sie, während Tränen flossen. Sie sprach von ihrem verstorbenen Vater: 'Mein Vater kann diesen Moment nicht mehr miterleben', aber seine Disziplin und Beständigkeit seien immer bei ihr. 'Wenn er mich heute Abend hier stehen sehen könnte, mit diesem Goldenen Bären in den Händen, würde er lächeln, das weiß ich.'
Das Publikum applaudierte stehend. In seiner Laudatio lobte Regisseur Sean Baker Yeoh als ideale Preisträgerin für das Festival, das 'kühne Stimmen' feiere. Sie habe 'Anmut in die Gefahr, Intelligenz in die Action und Menschlichkeit ins Spektakel' gebracht. Yeoh betonte die Bedeutung der Berlinale für mutiges Erzählen: In einer spaltbaren Welt sei es 'leise radikal', gemeinsam Geschichten im Kino zu teilen.
Zur Eröffnung wurde 'No Good Men' gezeigt, ein Politdrama über eine Kamerafrau in Kabul, die kurz vor der Taliban-Rückkehr einem Kollegen näherkommt. Regisseurin Shahrbanoo Sadat, 2021 evakuiert und nun in Hamburg lebend, schuf das Werk. Das Festival läuft bis 22. Februar mit 22 Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Bären.
Auf dem roten Teppich trotz Regen: Stars wie Daniel Brühl, Iris Berben, Lars Eidinger, Matthias Schweighöfer, Ruby O. Fee, Neil Patrick Harris und Rapper Soho Bani. Proteste erinnerten an die Situation im Iran; Jasmin Tabatabai nannte es 'die dunkelste Zeit'. Iris Berben warnte vor Rückschritten in den USA: 'Wir müssen wachsam sein, wir müssen wehrhaft sein.' Andere zitierten Hannah Arendt gegen Faschismus.
Die Jury unter Leitung von Wim Wenders stellte sich vor, doch der Livestream brach bei einer Gaza-Frage ab. Die Berlinale sprach von technischen Problemen. Wenders sagte: 'Wir müssen die Arbeit der Menschen machen und nicht die Arbeit der Politiker.' Festivalchefin Tricia Tuttle lenkte auf Filme zurück.