Bei der Cinema for Peace Gala in Berlin wurde die Regisseurin Kaouther Ben Hania für ihren Film 'The Voice of Hind Rajab' ausgezeichnet, lehnte die Annahme jedoch ab und forderte Rechenschaft inmitten des Gaza-Konflikts. Die Veranstaltung, moderiert von Bob Geldof und mit Hillary Clinton sowie Kevin Spacey als Gästen, ehrte auch Noam Tibon für seine Rolle in einem Dokumentarfilm über die Rettung seiner Familie aus den Händen der Hamas. Ben Hania nutzte ihre Rede, um das von ihr als Genozid bezeichnete Geschehen zu verurteilen und Gerechtigkeit einzufordern.
Die Cinema for Peace Gala fand am Montagabend im Adlon Hotel in Berlin statt und zog prominente Gäste wie die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton und den Schauspieler Kevin Spacey an. Moderiert vom Musiker Bob Geldof, würdigt die Veranstaltung Beiträge zum Frieden durch Film. Kaouther Ben Hania erhielt den Preis für den 'wertvollsten Film' für ihren Dokumentarfilm 'The Voice of Hind Rajab', der die Versuche des Palästinensischen Roten Halbmonds dokumentiert, die Fünfjährige Hind Rajab während der israelischen Invasion in Gaza 2024 zu retten. Der für Oscars und BAFTAs nominierte Film beschreibt den tragischen Tod von Rajab, ihrer Familie und zwei Sanitätern durch die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. In ihrer Dankesrede sagte Ben Hania: 'Ich fühle mich verantwortlich eher als dankbar.' Sie erklärte: 'Was Hind passiert ist, ist keine Ausnahme. Es ist Teil eines Genozids. Und heute Abend in Berlin gibt es Menschen, die diesem Genozid politischen Schutz gegeben haben, indem sie das Massentöten von Zivilisten als Selbstverteidigung umdeuten.' Sie fügte hinzu: 'Frieden ist kein Parfüm, das über Gewalt gesprüht wird, damit die Macht sich verfeinert und wohl fühlt. Und Kino ist kein Imagewashing.' Ben Hania betonte Gerechtigkeit: 'Gerechtigkeit bedeutet Rechenschaft. Ohne Rechenschaft gibt es keinen Frieden. Die israelische Armee hat Hind Rajab getötet; ihre Familie getötet; die zwei Sanitäter getötet, die kamen, um sie zu retten, mit der Komplizenschaft der mächtigsten Regierungen und Institutionen der Welt.' Sie lehnte den Preis ab, ließ ihn als 'Erinnerung' zurück und gelobte, ihn nur anzunehmen, wenn Frieden Rechenschaft für das von ihr als Genozid bezeichnete einschließt. Die Gala ehrte auch Noam Tibon, einen ehemaligen israelischen General und Protagonisten des kanadischen Dokumentarfilms 'The Road Between Us', der die Rettung seiner Familie aus den Händen der Hamas nach den Angriffen vom 7. Oktober 2023 thematisiert. Moderator Bob Geldof kritisierte Präsident Donald Trump und nannte ihn 'einen verdammten Idioten' für die Bagatellisierung des Klimawandels und forderte ihn auf, 'die Klappe zu halten'.