Bayerischer Filmpreis ehrt starke Storys und politische Appelle

In einer zweistündigen Gala in München wurde der Bayerische Filmpreis vergeben, der Filme wie «Amrum» und «Das Kanu des Manitu» auszeichnete. Gewinner nutzten ihre Reden für Appelle zu Missbrauch, Pflege und Demokratie. Die Veranstaltung verband Unterhaltung mit gesellschaftlicher Kritik.

Die Gala des Bayerischen Filmpreises in München dauerte gut zwei Stunden und war geprägt von unterhaltsamen, aber auch tief berührenden Momenten. Als bester Film wurde «Amrum» von Fatih Akin ausgezeichnet, das die Zeit um die Kapitulation Nazi-Deutschlands durch die Augen eines Zwölfjährigen auf der nordfriesischen Insel Amrum beschreibt. Der erfolgreichste Film war «Das Kanu des Manitu» von Michael «Bully» Herbig, der den Kultstatus des Werks betonte: «In die glücklichen Gesichter eines Publikums zu gucken, ist die größte Belohnung.» Für das Drama «In die Sonne schauen» von Mascha Schilinski gab es Preise für Regie und Bildgestaltung. Die Jury lobte die Intensität und Sensibilität, mit der Schilinski das Leben von vier Mädchen aus verschiedenen Epochen auf einem Vierseitenhof darstellt, sowie die poetische Kameraarbeit von Fabian Gamper, die Hoffnung und Wärme vermittle. Der Debütfilm «Karla» von Yvonne Görlach erhielt zwei Preise, darunter für das Drehbuch. Görlach enthüllte in ihrer Rede, dass der Film ihrer missbrauchten Mutter gewidmet ist: «Danke Mama, ich liebe dich.» Sie betonte: «Karla ist ein symbolischer Mensch, der für so viele steht, die dasselbe Schicksal erlebt haben.» Rainer Bock, ausgezeichnet für seine Rolle als Richter in «Karla», appellierte an Gesellschaft und Politik: «Es ist an uns, hinzusehen, hinzuhören und uns einzumischen. Streicht keine offene Stelle in Jugendämtern und Jugendfürsorgeeinrichtungen.» Leonie Benesch, per Video zugeschaltet wegen Corona, gewann für ihre Krankenschwester in «Heldin» und forderte Besserung für Pflegekräfte: «Der erste und der letzte Mensch, der uns berührt in diesem Leben, ist höchstwahrscheinlich eine Pflegekraft.» Sie kritisierte, dass Pflegekräfte nach vier Jahren ausbrennen, während Politik über lange Krankschreibungen diskutiere. Florian David Fitz erhielt den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten von Staatsminister Florian Herrmann, da Markus Söder krankenhausbedingt absagte. Fitz dankte Demokratieverteidigern: Er navigiere den «schwerfälligen demokratischen Tanker», im Gegensatz zu schnelleren nicht-demokratischen Akteuren. Weitere Preise gingen an Heike Hanold-Lynch und Til Schindler für «Scham», Michael Kofler für «Zweitland», Daniel Abma für den Dokumentarfilm «Im Prinzip Familie» und Julia Lemke sowie Anna Koch für den Kinderfilm «Zirkuskind». Der seit 1979 vergebene Preis gilt als renommierteste Auszeichnung in der deutschen Filmbranche mit elf Kategorien.

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