Der Komiker Hape Kerkeling kehrt mit zwei Kinofilmen zurück: Im Januar in der Komödie 'Extrawurst' als korrupter Tennisklubvorsitzender und im März als seine Kultfigur Horst Schlämmer. Im Interview spricht er über die Relevanz beider Rollen in der heutigen Zeit und betont die Notwendigkeit von Humor in einer polarisierten Gesellschaft.
Hape Kerkeling, 61 Jahre alt, hatte 2014 seine Show-Karriere beendet, blieb aber in Synchronisation, Lesungen und Filmen aktiv. 2019 und 2021 drehte er Spielfilme, ab 2021 war er in Vox-Formaten zu sehen. Nun folgt sein Kino-Comeback: Ab dem 15. Januar läuft 'Extrawurst', eine Gesellschaftskomödie von Markus Rosenmüller, in der Kerkeling einen kleingeistigen, korrupten Vorsitzenden eines Provinztennisklubs spielt. Die Handlung eskaliert um einen Extragrill für den einzigen Muslim im Verein und beleuchtet Alltagsrassismus spielerisch.
Ab dem 26. März folgt 'Horst Schlämmer sucht das Glück' mit Kerkelings bekannter Figur des schmierigen Lokaljournalisten, den er als 'Prototyp alter weißer Mann' beschreibt. 'Horst Schlämmer ist der Prototyp alter weißer Mann. Aber um Humor zu generieren, ist er eine wunderbare Figur', erklärt Kerkeling.
Im Interview reflektiert er über gesellschaftliche Entwicklungen: 'Wir sind an einem Punkt in der Gesellschaft, an dem man auch etwas als Meinung deklariert, was faktisch Lüge ist.' Er kritisiert die Verbreitung von Lügen in Social Media und plädiert für Vernunft und Kompromiss. Rechtsextremisten seien humorlos: 'Rechtsextremisten kennen keinen Humor. Die kennen Spott, Häme, Hohn.'
Kerkeling betont die Rolle von Vereinen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und warnt vor zunehmender Rechthaberei. Als schwuler Mann fühlt er sich in Deutschland sicherer als in vielen anderen Ländern, mahnt aber: 'Eine Demokratie muss sich jedoch immer daran messen lassen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht.' Humor sei ein gutes Zeichen für eine Gesellschaft, solange er erhalten bleibe.