Der Aufsichtsrat des Hamburger SV hat sich zu den Gründen für die Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz geäußert und detaillierte Vorwürfe des Fehlverhaltens bestätigt. Kuntz hatte sich zuvor in der Süddeutschen Zeitung gegen die Anschuldigungen gewehrt. Die Auseinandersetzung wird zunehmend öffentlich ausgetragen.
Die Trennung zwischen dem Hamburger SV und seinem Sportvorstand Stefan Kuntz, der am 2. Januar 2024 angekündigt wurde, sorgt für Kontroversen. Zunächst hieß es offiziell, der Abschied erfolge aus familiären Gründen. Einen Tag nach einem Bericht der Bild am Sonntag am 7. Januar offenbarte der Aufsichtsrat jedoch, dass Vorwürfe eines Fehlverhaltens vorliegen. Kuntz, 63 Jahre alt und ehemaliger Nationalspieler, wehrte sich noch am selben Abend per Statement auf Instagram gegen diese Anschuldigungen.
In einem Statement vom Montag ging der Aufsichtsrat auf Kuntz' Verteidigung in der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Wochenende ein. Sein Anwalt Christian Schertz hatte erklärt, Kuntz wisse bis heute nicht, „was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird“. Der Aufsichtsrat wies dies als „nachweislich unwahr“ zurück. Er informierte Kuntz am 18. Dezember 2023 formell über die Untersuchung und übermittelte am 19. Dezember anonymisierte Zeugenaussagen an seine Anwälte. Zudem boten sie Anhörungstermine am 22. und 23. Dezember an, auf die Kuntz und seine Anwälte nicht eingingen.
„Das von mehreren Hinweisgebenden unabhängig voneinander glaubhaft geschilderte Fehlverhalten, das zu internen Ermittlungen führte, umfasst zahlreiche schwerwiegende Pflichtverletzungen, die jeden verantwortungsvollen Aufsichtsrat zum Handeln veranlassen mussten“, hieß es in der Mitteilung des Vereins. Der Aufsichtsrat bedauert die öffentliche Auseinandersetzung „im Interesse sämtlicher betroffener Personen“. Die internen Ermittlungen basieren auf Berichten mehrerer unabhängiger Quellen.