Wehrbeauftragter drängt auf Dunkelfeldstudie zu Sexismus-Skandal in Zweibrücken

Im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken wurden Frauen systematisch von männlichen Soldaten belästigt und bedroht. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, fordert eine Dunkelfeldstudie, um die tatsächliche Ausmaße des Problems in der Bundeswehr zu erfassen. Der Skandal umfasst Sexismus, Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch und ist keineswegs ein Einzelfall.

Der Sexismus-Skandal im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken hat die Bundeswehr erschüttert. Frauen wurden von männlichen Soldaten systematisch belästigt und bedroht, wie Berichte enthüllen. Ein Soldat soll an die Tür der Damentoilette gehämmert und gerufen haben: „Beweg jetzt deinen geilen Arsch raus, ich will dich endlich ficken!“ Höherrangige Soldaten drangen in Duschräume und Toiletten ein, mit Drohungen wie: „Wie fühlt es sich eigentlich an, zu wissen, dass dich jeder hier vergewaltigen könnte? Rauskommen würde ja eh nichts, sagt ja keiner was.“

Der ehemalige Kommandeur Oberst Oliver Henkel griff lange nicht ein. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) wird kritisiert, sich erst Ende Dezember geäußert zu haben, obwohl er seit Juli informiert war. Dennoch hat Pistorius Maßnahmen ergriffen: Im Herbst 2023 versetzte er Generalmajor Markus Kurczyk in den Ruhestand wegen Vorwürfen sexueller Belästigung, die umstritten waren. Im Mai 2025 folgte die Versetzung von Generalmajor Hartmut Renk nach einem unangemessenen Spruch: „Wenn Vergewaltigung unvermeidbar ist, entspann dich und genieße es.“ Im September 2023 erließ er eine verschärfte Dienstvorschrift zum Umgang mit sexualisiertem Fehlverhalten, die Vorgesetzte zum Einschreiten verpflichtet.

Der Skandal umfasst 55 beschuldigte Soldaten, von denen 23 entlassen werden sollen oder bereits wurden. Die Aufklärung dauert an, wie nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses mit Generalinspekteur Carsten Breuer und Heeresinspekteur Christian Freuding klar wurde. Pistorius fehlte dort.

Wehrbeauftragter Henning Otte (CDU) drängt auf eine Dunkelfeldstudie, die seine Vorgängerin Eva Högl (SPD) vor über einem Jahr empfohlen hatte. „Wir brauchen weiterhin eine Truppe, in der alle Soldatinnen und Soldaten mit Respekt, Würde und Sicherheit ihren Dienst leisten können“, sagte Otte dem RND. Er betonte die Notwendigkeit einer Analyse für Präventionsmaßnahmen, da trotz steigender Meldungen eine Dunkelziffer besteht.

Im Högl-Bericht von März 2025 werden 48 Eingaben zu sexualisiertem Fehlverhalten 2024 genannt, tendenziell steigend, und 376 Ermittlungen zu Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Jessica Ritter, Gleichstellungsbeauftragte der Marine, nannte die Vorfälle „leider nichts Ungewöhnliches“. Rechtsextremismus ist ebenfalls ein Problem, wie die Auflösung der 2. Kompanie des KSK durch Annegret Kramp-Karrenbauer zeigt. Frauen machen nur 14 Prozent der Truppe aus, in Kampfverbänden noch weniger.

Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman forderte: „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist verboten und eine Form von Diskriminierung. [...] Eine Kultur des Wegsehens darf es daher nicht länger geben.“ Der Skandal schadet dem Ansehen der Bundeswehr, besonders bei der Rekrutierung junger Menschen.

Verwandte Artikel

Dramatic photo illustration of Bundeswehr paratroopers under investigation for right-wing extremism, assaults, and drugs at Zweibrücken barracks.
Bild generiert von KI

Rechtsextreme und sexistische Vorfälle bedrohen Bundeswehr in Zweibrücken

Von KI berichtet Bild generiert von KI

Seit Monaten ermittelt die Bundeswehr gegen 55 Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken wegen Rechtsextremismus, sexualisierter Übergriffe und Drogenmissbrauchs. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, kritisiert systemische Mängel und Führungsversagen. Die Vorfälle schädigen das Ansehen der Truppe und erschweren die Rekrutierung neuer Soldaten.

Ein Skandal mit Sexismus, Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch im Fallschirmjägerregiment 26 in Zweibrücken sorgt für Empörung in der Bundeswehr. Gegen 55 Soldaten wird ermittelt, 23 sollen entlassen werden. Der Vorfall gefährdet Verteidigungsminister Boris Pistorius und die Zukunft der Truppe.

Von KI berichtet

Ein Rechtsgutachten der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zeigt, dass Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich schlechter vor sexueller Belästigung schützt. Der Schutz beschränkt sich weitgehend auf den Arbeitsplatz, während in anderen Ländern breitere Regelungen gelten. Die Bundesbeauftragte fordert eine Reform des Gleichbehandlungsgesetzes.

Der Deutsche Richterbund unterstützt die geplante Mindeststrafe von fünf Jahren für den Einsatz von K.o.-Tropfen bei Vergewaltigungen oder Raubüberfällen, hält dies aber für unzureichend. Der Verband fordert eine bessere Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden, um den Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten zu verbessern. Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn betont, dass das Risiko einer Verurteilung abschreckender wirkt als höhere Strafen.

Von KI berichtet

Ein Tribunal für richterliches Verhalten hat den Richterpräsidenten des Eastern Cape, Selby Mbenenge, von anfechtbarer Führung in einem Fall sexueller Belästigung freigesprochen, doch die Rechtswissenschaftlerin Dr. Sheena Swemmer kritisiert, dass der Bericht zentrale Verfassungsgrundsätze zu Gleichheit und Machtungleichgewichten ignoriert.

Die Sozialdemokraten haben eine Beschwerde beim schwedischen parlamentarischen Verfassungsausschuss (KU) gegen Justizminister Gunnar Strömmer (M) wegen seiner Handhabung der Positionen der SD-Abgeordneten Katja Nyberg in Aufsichtsgremien nach Verdacht auf Trunkenheit am Steuer eingereicht. Die Partei kritisiert die wochenlange Verzögerung, bevor Nyberg von ihren Aufgaben entbunden wurde. Strömmer hätte als verantwortlicher Minister schneller handeln sollen, heißt es in der Beschwerde.

Von KI berichtet

Eleven people are suspected of incitement against a population group following a far-right demonstration in Stockholm on Sunday. The event, organized by Alternativ för Sverige in Kungsträdgården, marked the death anniversary of Karl XII. Police report suspicions of Hitler salutes and chants of 'hell seger', but no arrests have been made.

 

 

 

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen