Richterbund fordert mehr als Strafverschärfungen bei K.o.-Tropfen

Der Deutsche Richterbund unterstützt die geplante Mindeststrafe von fünf Jahren für den Einsatz von K.o.-Tropfen bei Vergewaltigungen oder Raubüberfällen, hält dies aber für unzureichend. Der Verband fordert eine bessere Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden, um den Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten zu verbessern. Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn betont, dass das Risiko einer Verurteilung abschreckender wirkt als höhere Strafen.

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat sich zur geplanten Verschärfung der Strafen für den Einsatz von K.o.-Tropfen geäußert. Das Bundesjustizministerium plant, Täter, die Betäubungsmittel für Vergewaltigung oder Raub nutzen, künftig mit mindestens fünf Jahren Freiheitsstrafe zu belegen. Der DRB unterstützt diese Maßnahme, fordert jedoch mehr, da alleinige Strafverschärfungen den Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten kaum verbessern würden.

Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Es ist nicht das gesetzliche Strafmaß, das auch heute schon bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe zulässt, sondern das Risiko, überführt und verurteilt zu werden, das mögliche Straftäter abschreckt.“ Er kritisierte die Unterbesetzung der Staatsanwaltschaften, die Sexualstrafverfahren kaum zügig bearbeiten könnten. „Je mehr Zeit aber zwischen der Straftat und der späteren Vernehmung im Strafprozess vergeht, desto schwieriger wird die Wahrheitsfindung. Zudem ist es für die Betroffenen extrem belastend, wenn sich die Verfahren gegen ihre Peiniger über Monate und Jahre hinziehen.“

Rebehn bezeichnete Vergewaltigungen und Raubüberfälle unter Einsatz narkotisierender Substanzen als besonders perfide und gefährlich. Er warf den Bundesländern vor, ihre Strafjustiz nicht ausreichend auszustatten: „Schärfere Strafgesetze bleiben Symbolpolitik, solange die Bundesländer nicht mitziehen und ihre Strafjustiz nicht deutlich besser ausstatten.“ Bundesweit häuften sich unerledigte Strafakten, und Verfahren würden zunehmend vorzeitig eingestellt. Nur jeder 16. Fall führe zu einer Anklage vor Gericht.

Das Bundesjustizministerium will den Einsatz von K.o.-Tropfen zukünftig dem einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs gleichstellen.

Verwandte Artikel

German Justice Minister Stefanie Hubig at podium, rejecting proposal to lower criminal age amid youth crime debate.
Bild generiert von KI

Bundesjustizministerin Hubig lehnt Senkung der Strafmündigkeit ab

Von KI berichtet Bild generiert von KI

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat eine Senkung des Mindestalters für strafrechtliche Verfolgung abgelehnt. Dies geschah im Kontext eines mutmaßlichen Tötungsdelikts durch einen Zwölfjährigen in Dormagen. Stattdessen plädiert sie für Jugendhilfe und Familiengerichte.

Das Landgericht Frankfurt hat einen 44-jährigen Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt, weil er über mehr als drei Jahre hinweg Frauen betäubt und vergewaltigt hat. Der Täter wurde unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung schuldig gesprochen. Zusätzlich wird Sicherungsverwahrung angeordnet, da er für die Allgemeinheit gefährlich ist.

Von KI berichtet

Der Bundestag diskutiert am Freitag erstmals ein neues Gewaltschutzgesetz, das Gewalttäter in Hochrisikofällen zur Trage einer elektronischen Fußfessel verpflichten kann. Die CSU-Politikerin Susanne Hierl begrüßt den Entwurf, fordert aber weitere Maßnahmen wie soziale Trainingskurse und Konsequenzen für das Sorgerecht bei Gewalt gegen Mütter.

Seit Monaten ermittelt die Bundeswehr gegen 55 Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken wegen Rechtsextremismus, sexualisierter Übergriffe und Drogenmissbrauchs. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, kritisiert systemische Mängel und Führungsversagen. Die Vorfälle schädigen das Ansehen der Truppe und erschweren die Rekrutierung neuer Soldaten.

Von KI berichtet

Die EU-Kommission will den illegalen Waffenhandel eindämmen, indem sie einheitliche Mindesthöchststrafen in allen 27 Mitgliedstaaten einführt. Für den Handel mit illegalen Waffen sollen bis zu acht Jahre Haft gelten, für Besitz fünf Jahre. Die Initiative bereitet sich auf mögliche Risiken nach dem Ende des Kriegs in der Ukraine vor.

Eine neue Untersuchung schlägt vor, der Polizei provokative Maßnahmen zu erlauben, wie das Vortäuschen von Drogenkäufern oder Kindern, die Sex online anbieten. Die Vorschläge umfassen auch die Erstellung von KI-generierter fiktiver Kinderpornografie, um Pädophilennetzwerke zu infiltrieren. Justizminister Gunnar Strömmer begrüßt die Untersuchung als Schritt zur Stärkung der Bekämpfung von Kriminalität.

Von KI berichtet

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning hat in einem juristischen Verfahren im Entführungsfall Block einen Rückschlag erlitten. Das Landgericht Hamburg wies seine Beschwerde gegen Durchsuchungen ab. Die Ermittlungen betreffen Vorwürfe der Entführung Minderjähriger und kinderpornographischer Schriften.

 

 

 

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen