Die schwedische Regierung hat vorgeschlagen, das Strafmündigkeitsalter vorübergehend von 15 auf 13 für schwere Verbrechen wie Mord und Explosionen zu senken. Der Vorschlag stößt auf scharfe Kritik aus Justiz, Kinderrechtsorganisationen und Experten, die vor steigender Kriminalität und Verletzungen der Kinderkonvention warnen. Justizminister Gunnar Strömmer verteidigt ihn als notwendig zum Schutz der Gesellschaft.
Am Montag, dem 26. Januar 2026, legte die schwedische Regierung zusammen mit den Schwedendemokraten einen Vorschlag vor, das Strafmündigkeitsalter für die schwersten Verbrechen auf 13 Jahre zu senken, einschließlich Mord, Mordversuch, grober Explosion und Waffenverstöße. Die Änderung ist temporär und gilt für fünf Jahre, wonach 13-Jährige wie Erwachsene verurteilt werden können, jedoch mit erheblichen Strafnachlässen für die Jüngsten. Der Vorschlag wurde dem Gesetzgebungsrat zur Prüfung zugesandt, und der Strafvollzug plant, bis zum Sommer 54 Plätze in speziellen Jugendabteilungen bereitzustellen. Justizminister Gunnar Strömmer (M) betont, dass es ein akutes Problem angeht: «Wir haben ein System, das weder Bürger vor lebensbedrohlicher Gewalt schützt noch die Muster um diese Kinder durchbricht.» Er räumt Risiken ein, argumentiert aber, sie würden gegen die Mängel des aktuellen Systems abgewogen, insbesondere da 52 Jugendliche unter 15 Jahren 2025 in Mordermittlungen involviert waren. Die Kritik ist weit verbreitet. Von 126 Stellungnahmen sprachen sich die Mehrheit dagegen aus, einschließlich Polizei, Staatsanwaltschaft, Strafvollzug und Forscher. Oberstaatsanwalt Tobias Kudrén nennt es ein Experiment: «Die Folgen sind noch nicht gründlich bedacht.» Der Vorsitzende der Anwaltskammer Johan Eriksson warnt: «Wir riskieren, mehr Jugendliche in den Kreislauf der Kriminalität zu bringen.» Generalsekretärin Mia Edwall Insulander sieht darin eine Abweichung von der Kinderkonvention: «Es wird zu einem Experiment mit Kindern, das nicht akzeptabel ist.» Kinderrechtsorganisationen wie Bris und UNICEF sind empört. Generalsekretärin von Bris Maria Frisk: «Es ist kontraproduktiv und ohne wissenschaftliche Grundlage.» UNICEF-Mitarbeiterin Li Melander beschreibt Haftbedingungen als ungeeignet: «Es gab viel psychische Erkrankung und ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit.» Kritiker schlagen stattdessen bessere Rehabilitation, LVU oder psychiatrische Zwangseinweisung vor, um auf Resozialisierung statt Strafe zu setzen.