Kinder, die als Angehörige von Eltern mit Aufenthaltserlaubnis nach Schweden zogen, verlieren am 18. Geburtstag das Bleiberecht. Sie müssen dann selbst die Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis erfüllen, sonst droht Abschiebung. Dies resultiert aus verschärften Migrationsregeln, die gut integrierte Jugendliche betreffen.
Verschärfte Migrationspolitik in Schweden bedeutet, dass Jugendliche, die als Kinder einreisten, das Land mit Vollendung des 18. Lebensjahrs verlassen müssen. Seit 2021 sind Aufenthaltserlaubnisse in der Regel befristet, und die Erlangung aufgrund familiärer Bindungen ist erschwert worden. Chancen auf Bleiberecht aus humanitären Gründen, wie langjährigem Aufenthalt in Schweden, sind stark eingeschränkt. Unterhaltsanforderungen wurden verschärft, und elterliche Unterstützung reicht nicht mehr aus. Ein Arbeitsvisum beantragen erfordert zunächst die Ausreise, und die Mindesteinkommensschwelle für solche Visa ist für 18-Jährige unrealistisch erhöht worden. Diese Änderungen, begonnen unter sozialdemokratischen Regierungen und fortgesetzt unter der Tidö-Regierung, wirken rückwirkend und spalten Familien, die frühere Regeln eingehalten haben. Ein Fall ist die 21-jährige Nadja Vasiljevic, wie von Sydsvenskan berichtet. Sie kam mit 13 nach Schweden und studierte Pflege an der Universität Malmö, als sie nach Erreichen der Volljährigkeit gehen musste. Ein weiterer ist die 21-jährige Ayla, die laut Aftonbladet Abschiebung nach Iran droht. Die Migrationsbehörde Schwedens hat solche Abschiebungen vorläufig gestoppt wegen anhaltender Proteste, da ein Schutzbedarf nicht im Voraus bewertet werden kann. Die Regeln betreffen Jugendliche, die fließend Schwedisch sprechen, arbeiten oder studieren, trotz ihrer Integration. Kritiker sehen darin eine grausame Politik, verwurzelt im Slogan «Schweden den Schweden».