Hunderte versammelten sich am Montag vor dem Södersjukhuset in Stockholm, um gegen die Abschiebung zweier geschätzter Assistenzkrankenschwestern, Zahra Kazemipour und Afshad Joubeh, zu protestieren. Das Paar, das 2016 aus dem Iran floh, droht die Ausweisung aus Schweden aufgrund einer Gesetzesänderung, die den Spurwechsel für Arbeitserlaubnissen abschafft. Kollegen und Gewerkschaften warnen, dass die Entscheidung die Gesundheitsversorgung stark beeinträchtigen wird.
Zahra Kazemipour, 50, und Afshad Joubeh, 56, flohen 2016 aus dem Iran wegen Bedrohungen gegen Afshad, der wegen Regimekritik inhaftiert gewesen war. Sie kamen mit ihrem damals sechsjährigen Sohn nach Schweden und stellten 2017 Asylantrag, der 2020 nach Berufungen abgelehnt wurde. Durch den Spurwechsel, der Asylbewerbern mit Job erlaubte, eine Arbeitserlaubnis ohne Land verlassen zu beantragen, blieben sie und arbeiteten als Assistenzkrankenschwestern am Södersjukhuset in Stockholm. In Iran war Zahra Oberkrankenschwester und Afshad Kardiologe; in Schweden leisteten sie während der Pandemie Beiträge, und Zahra bildet sich zur approbierten Krankenschwester weiter. Vor sieben Jahren bekamen sie eine Tochter, und ihr Sohn besucht eine schwedische Schule.
Im April 2024 schaffte die Regierung den Spurwechsel als Teil einer strengeren Migrationspolitik ab, die Anträge aus dem Ausland verlangt. Das Paar beantragte im Dezember 2023 Verlängerungen vor Ablauf der Erlaubnisse im April, doch die Migrationsbehörde entschied nach der Gesetzesänderung und lehnte im November 2024 ab. Abschiebung ist nach dem 8. Januar 2025 geplant. Die Familie kann nicht nach Iran zurück wegen Lebensgefahr und hat keinen Plan, wohin.
Am Montag, 23. Dezember 2024, versammelten sich Hunderte am Krankenhauseingang mit Kerzen und Plakaten zum Protest. Oberarzt Stephan Serenius nannte die Entscheidung „unmenschlich, inhuman und unwürdig“ und kritisierte sie als widersprechend schwedischen Werten. Anästhesist Jacob Broms, der mit Zahra in der Pandemie arbeitete, bezeichnete es als „absurd“ und betonte den Bedarf an ihren Fähigkeiten. Krankenschwester Charlotte Petterson Enblad schlug Ausnahmen für etablierte Fälle vor, während Elin Karlsson vom Schwedischen Ärzteverband es als „sehr falsch“ bezeichnete, integriertes Personal abzuschieben, wenn Kompetenz im Gesundheitswesen fehlt.
Migrationsminister Johan Forssell (M) verteidigte die Änderungen und wies auf Probleme wie Betrug und Schwachstellen im alten System hin. Er stellte fest, dass Asylmigration gesunken und Entscheidungszeiten auf 19 Tage verkürzt sind, verstand aber Emotionen in Einzelfällen. „Wir haben ein kaputtes System geerbt“, sagte er und verwies auf 500.000 Arbeitslose in Schweden. Trotz Unterstützung durch Kollegen ist Zahra schockiert: „Wir haben keinen Plan.“