Der Gemeinderatsmitglied aus Staffanstorp, Christian Sonesson (M), erinnert sich nicht, den gesamten kontroversen Vorschlag verfasst zu haben, der zum Stopp von Quotenflüchtlingen führte. Am Amtsgericht Lund behauptet er, die Entscheidung sei ein Signal an den Staat gewesen, obwohl sie das Gesetz verletzte. Sechs Politiker stehen wegen grober Fahrlässigkeit vor Gericht.
Am Mittwoch wurden sechs Politiker aus Staffanstorp, darunter der Gemeinderatsvorsitzende Christian Sonesson (M), im Amtsgericht Lund wegen des Verdachts auf grobe Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Quotenflüchtlings-Stopp der Gemeinde vernommen. Sonesson forderte zunächst den zuständigen Leiter auf, «die Aufnahme» von vier Quotenflüchtlingen «abzulehnen», beschrieb die Entscheidung aber im Gerichtssaal lediglich als «ein Signal an den Staat» und die nationale Politik. «Seht uns, hört uns», sagte er. Am 17. März 2022 wies die schwedische Migrationsbehörde die syrische Familie Al-Hariri als Quotenflüchtlinge Staffanstorp zu, eine Entscheidung, die Sonesson noch am selben Morgen erreichte. Mehrere seiner politischen Kollegen behaupten, sie seien nicht mit dem Siedlungsgesetz vertraut. Sonesson erinnert sich nicht, ob er den gesamten zugrunde liegenden Vorschlag verfasst hat, der die Grundlage für den Stopp bildete. Der Fall betrifft die Handhabung der Zuweisung von Quotenflüchtlingen durch die Gemeinde, die nach der Anklage geltendes Recht verletzte. Politiker aus verschiedenen Parteien sind involviert, und der Prozess beleuchtet Spannungen zwischen lokaler und nationaler Migrationspolitik. Noch wurden keine Urteile gefällt, doch der Fall löst Debatten über die Verantwortung der Gemeinden bei der Flüchtlingsaufnahme aus.