Das Verwaltungsgericht in Luleå hat die gesamte geplante Lizenzjagd auf Wölfe für 2026 in fünf Kreisen gestoppt. Der Beschluss erfolgte, weil die Kreisverwaltungen nicht nachweisen konnten, dass die Jagd den günstigen Schutzstatus der Wölfe nicht gefährdet. Die Reaktionen sind geteilt: Umweltgruppen feiern, Jäger und Landwirte äußern Frustration.
Das Verwaltungsgericht in Luleå entschied am 15. Dezember 2025, die geplante Lizenz-Wolfsjagd, die am 2. Januar 2026 in den Kreisen Dalarna, Södermanland, Västmanland, Västra Götaland und Örebro beginnen sollte, zu stoppen. Das Gericht stellte fest, dass die kreisverwaltenden Behörden nicht ausreichend begründet hatten, warum die Jagd die Aufrechterhaltung eines günstigen Schutzstatus für die Wolfsbestände nicht behindern würde, im Einklang mit der EU-Habitatsrichtlinie.
Anders Lindström, Generalsekretär des Schwedischen Jagd- und Wildtierverbands, bezeichnete den Beschluss als „verblüffend“. „Es ist ein ziemlich lustiger Entscheidungsprozess, bei dem eine Regierungsentscheidung wegen fehlender Beweise umgestoßen wird“, sagte er. Der Verband plant Berufung einzulegen und die Jagd dennoch durchzuführen. Lars Björk, Jagdberater des Verbands in Västmanland, nannte die Reaktionen „erwartet, aber traurig“ und warnte vor erhöhtem Risiko von Wilderei durch die Frustration der Jäger.
Die Schwedische Gesellschaft für Naturschutz, die gegen die Jagdbeschlüsse Einspruch eingelegt hatte, begrüßte das Urteil. Vorsitzende Beatrice Rindevall nannte es „eine äußerst wichtige Entscheidung“ und einen möglichen „Wendepunkt“ für Wölfe in Schweden. „Die Jagdbeschlüsse waren politisch gesteuert, ohne wissenschaftliche Grundlage und verstießen gegen das Gesetz“, sagte sie. WWF-Wolf-Experte Benny Gäfvert sagte, das Ergebnis sei erwartet worden, insbesondere nach der Kritik der EU-Kommission an der unscientifischen Mindestschwelle von 170 Wölfen der Regierung. Er betonte die Notwendigkeit alternativer Maßnahmen wie Raubtiersicheren Zäunen und Entschädigungen für Schäden, um Konflikte zu reduzieren.
Der Schwedische Bauernverband sieht den Beschluss als „hoch problematisch“ für Viehzüchter. Stellvertretende Vorsitzende Mikaela Johnsson warnte, dass Wildschäden die Lebensmittelproduktion bedrohen, es sei denn, die Politik bietet nachhaltige Lösungen. Das Gericht berücksichtigte die Kritik der EU-Kommission an dem Referenzwert von 170 Wölfen.