Wolfssichtungen im bereich dätgen und timmaspe

Ein Wolf wurde am Dienstagmorgen in Dätgen fotografiert, wie er eine Straße überquerte, was Tierhalter in der Region Rendsburg-Eckernförde zur Vorsicht mahnt. Experten raten zu Abstandhaltung, melden aber bisher keine Angriffe auf Vieh. Die Sichtung gehört zu mehreren Beobachtungen in der Umgebung.

Am Dienstag kurz vor 10 Uhr beobachtete Marko Selke in Dätgen einen Wolf, der die Straße überquerte. Der Zeuge hielt die Begegnung mit seiner Kamera fest, teilte die Fotos in sozialen Medien und informierte das Landesamt für Umwelt (LfU) in Flintbek. „Nein, nicht wirklich. Aber es war schon witzig, wie der Wolf so an den Häusern entlang trabte“, erinnerte sich Selke. Er ist überzeugt, dass es sich um einen Wolf handelt, erkennbar am geschnürten Trab und der Größe, nicht um einen entlaufenen Hund. Als Pferdebesitzer plant Selke, seine Tiere in den Stall zu bringen.

Weitere Sichtungen gab es in Wasbek sowie in Timmaspe: Am Montagabend tappte der Wolf in eine Fotofalle, am Dienstagmorgen wurde er erneut in Dätgen von einem Spaziergänger fotografiert, als er einen Graben übersprang und in Richtung Wald zog. Jäger Bernd Koshyk, der Fotos erhielt, hat das Tier selbst nicht gesehen. Aufgrund vieler Schafe auf Weiden verstärkt er Kontrollen. Er warnt Hundehalter: „Hundehalter sollten auf ihre Vierbeiner aufpassen, wenn die sich bei Spaziergängen zu weit von ihren Besitzern entfernen und dann auf den Wolf treffen, das wird schnell gefährlich.“ Hunde seien für den Wolf Nahrungskonkurrenten. Reiter rät er, derzeit das Moor- und Illoer Forst-Gebiet zu meiden, da Pferde scheuen könnten.

LfU-Sprecher Martin Schmidt erklärt: „Vermutlich handelt es sich bei den Sichtungen um ein Tier, welches auf Wanderschaft durch Schleswig-Holstein ist.“ Keine Risse an Vieh wurden gemeldet. Zu Begegnungen rät er: Abstand halten, nicht bedrängen. Bei Annäherung zu Fuß den Wolf im Auge behalten, ohne direkt anzustarren, langsam zurückweichen, nicht flüchten. Wölfe zeigen oft wenig Scheu vor Fahrzeugen oder Reitern, was üblich sei. Im unwahrscheinlichen Fall direkter Annäherung – meist neugierige Jungtiere – stehen bleiben, laut rufen, in die Hände klatschen und bei Bedarf Gegenstände werfen.

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