Eine 23-jährige Studentin in Norrköping, Ewelina Svenson, erlitt bei einer Abschlussfeier im Juni 2024 einen brutalen Hundeanfall mit schweren Gesichtsverletzungen. Die Polizei stellte die Ermittlungen schnell ein wegen fehlender Beweise für Fahrlässigkeit des Besitzers, und nun verfolgt sie den Fall privat per Klage. Ihre Freundin Mimmi Björk hat sie durch den gesamten Prozess unterstützt.
Es war ein Juniabend 2024 in Norrköping, als Ewelina Svenson, 23, und ihre Freundin Mimmi Björk, 21, ihren Abschluss feierten. Auf dem Heimweg trafen sie einen Mann mit einem Hund, den sie zuvor am Abend getroffen hatten. Ewelina bückte sich, um den an der Leine geführten Hund namens Balto zu begrüßen. Plötzlich knurrte der Hund, und der Besitzer sagte: „Balto, sei brav“. Fast sofort biss der Hund Ewelina ins Gesicht und verursachte schwere Verletzungen. Mimmi sah das Blut an Ewelin as Händen herunterlaufen und rief die 112 an. Ein nahestehender Bewohner kam mit einem Erste-Hilfe-Set. Im Krankenhaus in Linköping unterzog sich Ewelina einer Notoperation, bei der die Chirurgen totes Gewebe ohne Betäubung entfernten, da die Zeit drängte. „Es war brutal anzusehen“, sagt Mimmi, die übel wurde und den Raum verlassen musste. Nach der Operation ernährte sich Ewelina tagelang nur flüssig und war fast einen Monat krankgeschrieben. Sie hat nun bleibende Beeinträchtigungen, wie reduzierte Empfindung in der Unterlippe, Auslaufen von Flüssigkeit beim Trinken und undeutliche Sprache bei langen Gesprächen. „Es fühlt sich die ganze Zeit straff an, als ob die Haut nicht ganz reicht“, beschreibt sie. Die Polizei befragte Ewelina nur einmal im Krankenhaus, während sie unter Morphium stand und im Schock war. Die Ermittlungen wurden nach drei Tagen eingestellt, da die Fahrlässigkeit des Besitzers nicht nachgewiesen werden konnte. Der Besitzer hatte auch keine Versicherung, was den Schadensersatzprozess erschwert. Ewelina hat die Bürokratie selbst gemeistert, sogar ChatGPT für rechtliche Ratschläge genutzt. „Das sagt etwas darüber aus, wie allein man im Prozess ist“, sagt sie. Mit Mimmis Unterstützung, die angerufen und Behörden befragt hat, wartet nun eine mündliche Vorbereitung vor dem Amtsgericht. Für Ewelina geht es nicht primär um Geld, sondern um Verantwortung. „Man kann einen Hund nicht anklagen. Aber man kann kritisieren, wie alles drumherum gehandhabt wurde“, erklärt sie.